Inhalt: Der Milliardär John Brandt hat sich schon lange auf das Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen, vorbereitet und einen Bunker der Extraklasse errichten lassen. Im Sanctuary sollen seine Familie, seine Haushälterin, einige kluge Köpfe und ein Sicherheitsteam Schutz finden. Doch als sich verzweifelte Menschen vor dem Bunker versammeln und die Situation zunehmend eskaliert, wird schnell klar, dass die größte Gefahr nicht nur vor den dicken Stahltüren lauert.
Meinung: Sanctuary ist ein spannender und erschreckend realistischer Thriller, der zum Nachdenken anregt und gleichzeitig bestens unterhält.
Die Geschichte begleitet sowohl die Menschen im Bunker als auch die Gruppe vor den Toren. Dadurch erhält man Einblicke in beide Seiten und kann die Beweggründe aller Beteiligten nachvollziehen. Gerade diese wechselnden Perspektiven machen den Roman besonders fesselnd.
Nach Klimakatastrophen, Unruhen und dem darauffolgenden Zusammenbruch der Gesellschaft ist die USA zu einem lebensfeindlichen Ort geworden. Außerhalb des Luxusbunkers gilt nur noch das Recht des Stärkeren und jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben. Im Sanctuary dagegen mangelt es dank großer Vorräte weder an Wasser noch an Lebensmitteln. Dieser Gegensatz zwischen Sicherheit und existenzieller Not zieht sich durch den gesamten Roman.
Vor dem Bunker hat sich der Bauarbeiter Tom Grady mit einer Gruppe gewöhnlicher Menschen versammelt. Sie hoffen darauf, eingelassen zu werden und dem sicheren Tod zu entkommen. Aus anfänglichen Gesprächen und Bitten werden jedoch mit der Zeit Wut und Verzweiflung. Auch im Inneren bleibt diese Entwicklung nicht ohne Folgen. Während John Brandt die Besetzer am liebsten ausschalten würde, gibt es unter den Bewohnern auch Stimmen, die Mitgefühl zeigen und helfen möchten.
Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Ergänzt werden diese durch Tagebucheinträge, die die Gedanken und Gefühle der Menschen im Bunker greifbar machen und der Handlung zusätzliche Tiefe verleihen.
Besonders gelungen fand ich die realistische Darstellung. Der Roman erzählt nicht nur vom Überleben, sondern beschäftigt sich auch mit Verlust, Verzweiflung und den großen gesellschaftlichen Unterschieden zwischen Arm und Reich. Diese Themen wirken glaubwürdig und regen zum Nachdenken an.
Gut gefallen hat mir die spannende Handlung. Allerdings blieb ich emotional etwas auf Distanz, da mir keine der Figuren wirklich ans Herz gewachsen ist.
Fazit: Sanctuary ist ein spannender und erschreckend realistischer Thriller, der mit seiner beklemmenden Ausgangslage überzeugt und zum Nachdenken anregt. Trotz der interessanten Figurenkonstellation fehlte mir eine Figur, mit der ich wirklich mitfiebern konnte. Insgesamt hat mich das Buch aber gut unterhalten.