Oliver Buslau entführt uns in diesem historischen Krimi in das Paris von 1838. Amélie Degros, die man mit einem Messer in der Hand vor der blutigen Leiche ihres Vaters findet, wartet nun in Salpêtrière, der Pariser Irrenanstalt, auf ihre Hinrichtung. Allerdings kann sie sich an die Tat nicht erinnern. Lediglich eine unheimliche Melodie, die nur aus vier Noten besteht, summt in ihrem Kopf. Hat man sie hypnotisiert oder ihr Drogen eingeflößt? Sie kann mit unbekannter Hilfe über die Katakomben aus der Salpêtrière fliehen, um einerseits das Geheimnis der Melodie zu ergründen und andererseits den wahren Mörder zu finden.
Ausgerechnet ihre Geliebte Julie und der Mann, den ihr Vater als Ehemann für sie ausgesucht hat, scheinen nun ein Paar zu sein und es auf den Besitz des ermordeten Monsieur Degros abgesehen zu haben. Es echtes Mordmotiv? Doch wer glaubt Amélie?
Wenig später gelingt es ihr ein Attentat auf Schriftstellerin George Sand (1804-1876), der Geliebten des berühmten Komponisten Frédéric Chopin (1810-1849) zu vereiteln. Als Dank nehmen die beiden Amélie auf eine Reise nach Mallorca mit. Während Chopin seine nächsten Stücke komponiert, hört Amélie die unheimlichen Noten wieder. Wird noch jemand sterben?
Meine Meinung:
Ich kenne von Oliver Buslau bereits die beiden Musik-Krimis Das Gift der Engel sowie Feuer im Elysium in denen Ludwig van Beethoven und seine Musik eine Rolle spielen.
Geschickt mischt hier Oliver Buslau wie in seinen anderen historischen Krimis Fakt und Fiktion. Er verwebt den Paris-Aufenthalt von Frédérich Chopin und seine Amour fou zu George Sand mit der Geschichte von der Kaufmannstochter Amélie. Um dem Ganzen, das nun nicht gar so spannend aus Amélies Sicht erzählt wird, ein bisserl mehr Drive zu geben, darf eine weiter bizarre, aber reale Figur mitspielen: Der legendäre Eugène Vidocq (1775-1857), selbst ein Mörder, aber auch ein Ermittler, der die Wirren der Französischen Revolution von 1789 sowie die beiden nächsten 1830 und 1848 überlebt.
Das eine oder andere, wie zum Beispiel, dass Amélie im Irrenhaus Klavier spielen darf und extra ein Pleyel-Klavier herbeigeschafft wird, erscheint mir ein wenig unglaubwürdig. Einiges wird auch nur angedeutet. Okay, der geneigte Leser soll wohl seine eigene Fantasie spielen lassen.
Sprachlich ist der Krimi sehr gut gelungen. Ein bisschen mehr Tempo hätte ihm meiner Meinung nach nicht geschadet. Das Buch, das als Hardcover in gediegener Aufmachung daher kommt, wird sicher viele Leserinnen und Leser unter den Musikfreunden finden.
Fazit:
So ganz mitgerissen hat mich dieser historische Krimi leider nicht, weshalb er nur 3,5 Sterne, die ich auf 4 aufrunde erhält.