Rasch breitet sich ein hoch ansteckender und tödlicher Erreger über Europa aus. Warnungen und Aktionen der Regierungen kommen langsam und zögerlich. Immer mehr Panik breitet sich aus und schließlich kollabiert immer mehr des Alltags. Viele sterben. Der Erreger wirft Rätsel auf neu und hochgefährlich und er erscheint von Menschen gemacht zu sein. Doch ein paar Menschen scheinen immun zu sein wie die junge Nele, die ihre gesamte Familie an den Virus verloren hat. Ebenso eine Ärztin des US-Militärs die bei der Evakuierung des Botschaftsteams aus Moldawien beteiligt war und eine von ihr gerettete Deutsche.
Wie man schon aus dem Klappentext ableiten kann, befinden wir uns in der Kategorie Weltuntergangsroman ja Weltuntergangs Thriller.
Schon der Einstieg ist temporeich, findet man sich doch bald in Moldawien wieder, in dem das Virus schon sehr wütet. Schon die Rettungsaktion in den ersten Seiten ist turbulent und nach einer kleinen Verschnaufpause geht es so weiter.
Der Schreibstil ist klar, spannend aber auch immer wieder gut beschreibend, um die Atmosphäre einzufangen. Gestalterisch wurde mit der Kursivschrift gearbeitet, um Gedanken der Charaktere klarer abzugrenzen.
Fordernd war zu Beginn die Anzahl an Charakteren, denen die Erzählung folgt. Die Einordnung war durch die Kapitelüberschriften mit Orts- und Zeitangabe aber gut möglich, und schließlich treffen sich die meisten Erzählstränge.
Die Auswahl der Charaktere fand ich sehr gelungen, deckte der Autor damit doch verschiedene Blickwinkel in der Geschichte ab: Die jungen Nele die ihren Vater wieder zu Hause begrüßen darf und bald auf sich allein gestellt ist. Amanda Ärztin den US-Militärs, die Botschaftspersonal evakuiert und um deren Leben kämpft. Emilia die aus Moldawien flüchten möchte und damit ihre Heimat verliert. Tana, die in der deutschen Regierung arbeitet, und bald erkennt, wie unvorbereitet man gegenüber dem Erreger ist. Gregor, der früh erkennt, dass es ideal wäre sich abzusetzen und eine Berghütte mietet und Freunde einlädt.
Die Story ist nicht einfach zu verdauen, sind doch manche Szenen hart. Man darf sich auf Endzeitstimmung einstellen Gewalt, der Untergang der Strukturen, der Kampf um Ressourcen. Erschreckenderweise alles in recht kurzer Zeit. Doch auch die klassischen Bösen und Intrigen dürfen nicht fehlen.
Ich fand das Buch durchwegs fesselnd.