Lukas Grossmann hat zusammen mit seiner Tante Maria Grossmann die Rezepte in diesem Kochbuch entwickelt und in Szene gesetzt. Wichtig war den beiden die Nutzung von Fett wieder salonfähig zu machen. Klar wissen wir alle, dass Fett ein Geschmacksträger ist und häufig eher gemieden wird. Hier nun gibt es Rezepte, unterteilt in die Kapitel: Butter; Öl; Speck, Schmalz & Co; Dicke Milch; Fette Fische sowie Nüsse und Saaten.
Beim Lesen habe ich mich schon mal an einen Fernsehkoch erinnert gefühlt, der gerne ein Flöckchen Butter an alle Gerichte gegeben hat, und schon zu dieser Zeit haben nicht mehr viele von uns den ganzen Tag auf dem Feld oder am Hochofen gearbeitet und lieber darauf geachtet, den Geschmack eher durch Kräuter und pfiffige Würzung herauszuarbeiten. Selbstverständlich, manche Gerichte schreien auch heute noch nach Fett zum Abrunden, aber allzu üppig muss es vielleicht nicht täglich sein. Die hier gegebenen Gerichte sind also möglicherweise eher für besondere Tage gedacht, fallen durchaus attraktiv aus und versetzen vielleicht auch in Kindheitserinnerungen. Die Speisen schwimmen nicht unbedingt im Fett; aber bei einem Fettfisch mit Panade in Fett ausgebacken ist es für mich persönlich schon eine besondere Genussmahlzeit, beispielsweise einmal im Jahr auf dem Weihnachtsmarkt. Insgesamt finde ich schon, dass die Rezepte in einem guten Maß an Fett auskommen, gut erklärt, aber zu einem guten Teil auch aufwändiger zuzubereiten sind. Nicht verschweigen darf man, dass Mayonaisen, Dressings und Saucen einen guten Anteil ausmachen. Unter den Gerichten sprechen mich besonders die Wonton-Tortelloni mit Garnelenkopf-Butter, Auberginen-Katso (!), eine glattgestrichene Quarkpalette mit kleinen Mulden, gefüllt mit verschiedenen Ölen zum Dippen, das French-Toast-Tiramisu sowie der Smoky Corn Chower an.
Ich denke, jeder wird hier seine Rezepte und Genussmomente finden; die Auswahl an Rezepten fällt abwechslungsreich aus, der jeweilige Schwierigkeitsgrad auch, ist aber durch die guten Erklärungen zu meistern.