Nora und Carla leben zusammen mit ihrer Mutter Monika und dem Stiefvater Matthias in einer deutschen Kleinstadt. Nora wird bald 18 und steht kurz vor ihrem Abschluss, Carla ist zwei Jahre jünger. Sie auf der Suche nach ihrer Identität, ihrem Platz im Leben, und bei beiden äußert sich das auf unterschiedliche Weise in ihrem Verhalten. Obwohl Carla damit beschäftigt ist, sich selbst zu finden und ihre eigenen inneren Kämpfe zu bestreiten hat, spürt sie, dass mit ihrer Schwester etwas nicht stimmt. Etwas, das an den Grundfesten ihrer Familie rüttelt.
Auch wenn ich die Thematik des Buches sehr wichtig finde, habe ich zu dieser Geschichte leider keinen Bezug entwickeln können. Das lag unter anderem daran, dass ich sie zeitlich nur schwer einordnen konnte und sie diesbezüglich für mich nicht stimmig war. Anhand bestimmter Referenzen aus der Popwelt scheint sie Anfang der 2010er Jahre zu spielen. Allerdings wirkt das Rollen- und Geschlechterverständnis in der Familie so altbacken, dass ich mich eher in die 1980er Jahre zurückversetzt fühlte. Mit der Mutter Monika konnte ich dementsprechend gar nichts anfangen, auch Nora und Carla waren für mich nicht richtig greifbar. Obwohl die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven von Monika, Nora und Carla erzählt wird, entstand bei mir keine emotionale Nähe zu den Protagonistinnen und ich habe den Roman mit einer gewissen inneren Distanz gelesen. Zudem wirkte es auf mich aufgesetzt, Noras Geschichte mit einer LGBTQ-Thematik zu kombinieren.
Ferner haben mich die Content Notes, die ich versehentlich gelesen habe, weil sie im Buch vorne abgedruckt sind, zusammen mit einer Stimme zum Buch (Vogue), mit der geworben wird, leider so gespoilert, dass mir von Anfang an klar war, was mit Nora nicht stimmte. Hier wäre es wünschenswert, wenn die Content Notes am Buchende stehen würden, mit einem Verweis darauf am Anfang (wie bei vielen Romanen üblich).
Insgesamt hat Irgendwann verglüht die Sonne meine Erwartungen leider nicht erfüllt.