Zwölf magische Nächte Roman von Christiane Wolter, 240 Seiten Ullstein EBooks /Taschenbuch
Eine Reise durch die Rauhnächte.
Anne und Carsten haben sich getrennt, es ist eine schwierige Zeit für die knapp 40jährige. Dennoch wollen sie beide Kinder gemeinsam erziehen, vor allem die Feiertage wollen sie gemeinsam begehen. Als Carsten jedoch ankündigt seine neue Freundin zum Weihnachtsfest bei seiner Mutter mitzubringen, kann es Anne nicht mehr ertragen. Auf Anraten ihrer Freundin Gesa, eine spirituelle Lebensberaterin, begibt sie sich in eine abgelegene Hütte im Schwarzwald um dort die Feiertage zu verbringen und die Rauhnächte zu zelebrieren. Erstaunliche Geschehnisse erwarten Anne.
Ein Roman der mich sehr berührt hat, atmosphärisch dicht. Eine perfekte Mischung aus Wohlfühlbuch und inspirierender Selbstfindung. Die einzelnen Kapitel sind in die verschiedenen Rauhnächte aufgeteilt. Eine Zeichnung zum Kapitelanfang stimmt den Leser auf die Geschichte ein. Die Aufgaben und Fragen, die Anne in Gesas Briefen findet, sind in kursiver Schrift deutlich hervorgehoben. Die Briefe und auch ein Rauhnachtkit hat Anne zur Hütte mitbekommen, sozusagen als Weihnachtsgeschenk. Es muss ein riesiges Geschenk gewesen sein. Das alles ist mir schon ein wenig dick aufgetragen vorgekommen. (einschließlich Räucherwerk und Spitzenhöschen) auch die ausführlichen Anleitungen, die die Freundin vorbereitet hat. Christiane Wolter schafft es mit Worten ausgezeichnet, eine winterlich verschneite Wohlfühlatmosphäre zu erschaffen. Sie verwendet den personalen Erzählstil aus der Sicht der Protagonistin.
Besonders glaubwürdig wird in diesem Buch die charakterliche Entwicklung der Protagonistin herausgearbeitet. Jede der zwölf Rauhnächte steht symbolisch für einen Monat des kommenden Jahres und ist auf einen speziellen spirituellen oder emotionalen Fokus ausgerichtet. Wer sich selbst für diese Zeit interessiert findet im Buch wertvolle Impulse für die eigene Besinnung. Das hat mich inspiriert in den kommenden Rauhnächten auf den Spuren von Anne, konkrete Impulse für mein eigenes Leben zu gewinnen.
Die Figuren im Roman sind charakterlich gut gezeichnet, vor allem natürlich Anne. Sie alle handeln nachvollziehbar. Sie schafft es durch die Anleitung ihrer Freundin, sich den Mut für einen Neuanfang zu finden. Sich von der, von ihren Ex-Mann, abhängigen Gattin und der aufopferungsvollen Mutter, zu einer entspannt in die Zukunft blickenden selbstbewussten Frau zu entwickeln. Neue Hobbies, Aufgaben, neue Liebe, alles ist möglich. Jonas als männlicher Gegenpart hat mir gut gefallen, nicht als strahlender Held und Retter, sondern als aufmerksamer Beobachter. Eine Freundin wie Gesa wünscht sich jede Frau, sie ist absolut ehrlich, ohne Anne zu verurteilen, holt sie immer wieder in die Realität zurück, sie ist der entscheidende Antrieb für Annes Befreiungsschlag.
Mir hat das Buch gutgetan, es hat mich dazu gebracht viel über mich nachzudenken. Für alle die den Zauber der Rauhnächte für sich nutzen wollen.
4 Sterne