Auf einer Großbaustelle in Frankfurt/M. wird die Leiche des Immobilienunternehmers Axel Wiesheu entdeckt. Schnell wird klar, dass der kopfüber hängende Tote ermordet wurde. Kurze Zeit später wird ein zweites Opfer gefunden, auf dieselbe Weise wie Wiesheu umgebracht. Mit dem Fund einer dritten Leiche wird klar, dass die Ermittler einen Serienkiller suchen. Was verbindet die drei Toten?
Nele Neuhaus lässt in "Alles wird Asche" dem neuesten Fall ihrer Taunus-Krimi-Reihe das bewährte Team Bodenstein und Sander zum 12. Mal ermitteln. Die perfide Mord-Serie hat mich schnell gefesselt und spannend unterhalten. Der Krimi ist auch für Neu-Einsteiger in die Reihe lesenswert.
Nicht nur Kommissar von Bodenstein ist froh, dass seine Kollegin Pia Sander ihr Sabbatical bereits nach zwei Monaten abbricht. Auch ihr Ex-Mann, Prof. Dr. Henning Kirchhoff, Rechtsmediziner und Bestsellerautor, freut sich über ihre Unterstützung, denn dieses Mal ist er selbst betroffen. Einer der Ermordeten erweist sich als sein Bruder Ralf. Als klar wird, dass ein Serientäter für die Morde verantwortlich ist, beginnt die akribische Suche nach der Verbindung zwischen den Opfern, dem Immobilienunternehmer Wiesheu, einem ehemaligen Topathleten und Ralf Kirchhoff. Dabei gerät ein Unternehmen, die Brinkhoff Group, in den Fokus der Ermittler. Firmengründer Patrick Brinkhoff war ein milliardenschweres Computer-Genie, das eine bahnbrechende KI namens Prometheus entwickelt hat. Vor wenigen Jahren ist er am Mount Everest tödlich verunglückt. Die drei Mordopfer hatten intensive Geschäftsbeziehungen zu Brinkhoff bzw. seinem Unternehmen, das aktuell wieder Schlagzeilen macht. Pia, Bodenstein und ihr Team vermuten, dass der Täter seine Serie noch nicht beendet hat. Einblicke in die Überlegungen des Täters bestätigen diesen Eindruck und zeigen spannende Details seines Plans.
Nele Neuhaus überzeugt mit ihrem komplexen neuen Fall. Themen wie KI-Technologie oder die Bergsteiger-Szene am Mount Everest sind gut recherchiert und haben mich zu eigenem Nachlesen inspiriert z. B. über das Schicksal der erwähnten Hannelore Schmatz, der ersten Deutschen auf dem legendären Gipfel. Die Ermittlung gewinnt nach einem eher gemächlichen Beginn rasch an Spannung und fesselt mit zahlreichen Wendungen, Verwicklungen und Sackgassen. Die Charaktere überzeugen, nicht nur das Stammpersonal, auch die Fall bezogenen. Der Stammbaum der Familie Brinkhoff und ein rudimentäres Personenverzeichnis helfen die Übersicht zu behalten.
Neuhaus gelingt es erneut überzeugend, den Fall ins Zentrum zu stellen, ohne die Weiterentwicklung und das Privatleben ihrer Stammcharaktere zu vernachlässigen. Nach einer spannenden, wendungsreichen Ermittlung gipfelt die Geschichte in einem packenden Showdown. Es hat mir großen Spaß gemacht, mitzuermitteln, auch wenn ich den Täter dieses Mal nicht entlarven konnte.
4,5 Sterne