Meine Bewertung: (4,5 / 5 Sterne)
(Hinweis für Eilige: Eine knappe Zusammenfassung findest du in der Pro- & Contra-Liste am Ende der Rezension.):!:
**Worum gehts?**
In ihrer Villa erlebt eine Bewohnerin einen ihrer schlimmsten Albträume, der kurz darauf tödlich endet. Kurz darauf wird in einem Hochhaus-Neubau eine männliche Leiche gefunden. Er wurde vor seinem Tod gefoltert, und die Ermittler erwartet am Auffindeort ein makabres wie perfides Tötungswerkzeug: Der Tote hängt kopfüber am Geländer. Qualvoll erstickt, erinnert die Tat an historische Folter- und Todesurteile. Wer steckt hinter diesem Mord? Das ist die vordringliche Frage für Oliver von Bodenstein und Pia Sander.
**Warum wollte ich dieses Buch unbedingt lesen?**:?:
Ich habe in den vergangenen Jahren hin und wieder die Verfilmungen von Nele Neuhaus gesehen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich bisher keines der Serienbücher gelesen habe. In meiner Erinnerung handelte es sich immer um gute Clous und hauptsächlich um die Geschichten rund um die Ermittler. Diesmal wollte ich es aus erster Hand wissen: Sind die Bücher allein lesbar? Braucht man Vorinformationen, und kommen wahre Gänsehaut-Momente zum Tragen? Mit Fragen gut gerüstet begann ich meine Lesereise durch den 12. Band.
**Meine Eindrücke von der Lesereise:**
Die äußere Gestaltung gefällt mir sehr gut. Stimmig und mit tieferem Sinn hat das Cover bei mir direkt einen Pluspunkt bekommen. Der Titel sagte mir anfangs über eine lange Strecke nichts, was meine Neugier auf die Geschichte nur noch angefeuert hat.
Der Einstieg ist äußerst strukturiert. Das Personenregister und der Stammbaum der betroffenen Familie Brinkhoff sind unglaublich hilfreiche Helferlein, zu denen ich beim Lesen immer wieder zurückgekehrt bin. Die Kapitel orientieren sich logisch am Zeitpunkt der Geschehnisse.
Die Charaktere werden fast alle in für sie bedrohlichen Extremsituationen vorgestellt, wodurch ich schnell einen Zugang zu ihnen fand. Obwohl die Vorarbeit durch den Stammbaum toll war, war die Unterscheidung der Personen aufgrund von Ähnlichkeiten in den Namen für mein Gedächtnis zeitweise sehr herausfordernd, was ich als etwas störend empfunden habe. :-k
Meinen Anspruch an einen Kriminalroman einen nachvollziehbaren Spannungsaufbau und eine gründliche Hintergrundkonstruktion erfüllt Nele Neuhaus vollkommen. Das Buch wurde sehr schnell mein ständiger Freizeitbegleiter. Die Details rund um das Ermittlerteam waren mir zwar unbekannt, aber ich habe zu jeder Zeit den vollen Überblick behalten, da die Autorin gekonnt Rückblicke einbaut. Das Finale war bis auf die letzten Seiten tatsächlich nicht vorhersehbar. Ich bin der Schriftstellerin komplett auf den Leim gegangen und hatte eine völlig falsche Täterverdächtigung angenommen. :thumleft:
**Mein Fazit:**
Mit diesem 12. Band konnte mich die Autorin überraschen, und das Buch wirkt auch nach der Lesung noch in mir nach. Die Verknüpfung mit den wichtigen Fragen rund um die KI-Entwicklung im irdischen Sein, gepaart mit gut kalkulierten Wendungen und dem altbekannten Ermittlerteam, hat mir eine mitreißende Lektüre und etwas Brainfood beschert. :applause:
Ich vergebe sehr gute 4,5 Lesesterne und empfehle das Buch alten Serienhasen sowie allen, die wie ich neu zu den Ermittlungen im Frankfurter Raum hinzustoßen möchten. Ich bin mir sicher, dass auch sie auf die Fan-Seite wechseln werden.
Schneller Überblick: Pro & Contra
**Das hat mir besonders gefallen (Pro):**
* **Meisterhafter Spannungsaufbau:** [-X
Ein extrem packender Kriminalroman mit einer gründlich durchdachten Hintergrundkonstruktion.
* **Aktuelles Thema mit Tiefgang:**
Die geschickte Verknüpfung der Handlung mit brennenden Fragen rund um die KI-Entwicklung liefert echten inhaltlichen Mehrwert (Brainfood).
* **Clever konstruiertes Verwirrspiel:**
Ein absolut geschickt aufgebauter Plot, bei dem ich der Geschichte lange Zeit komplett auf den Leim gegangen bin und eine völlig falsche Täterverdächtigung angenommen hatte.
* **Nervenkitzel auf neuem Level im Finale:**
Die vorzeitige Offenlegung der Hintergründe drosselt die Spannung keineswegs. Im Gegenteil: Sie hebt das Finale auf eine völlig neue Ebene, bei der es bis zum Schluss packend um die Frage geht, wer gewinnt der Täter oder die Guten.:study:
* **Tolle Einstiegshilfen:**
Das integrierte Personenregister und der Stammbaum der Familie Brinkhoff sind fantastische Helferlein, um bei dem großen Ensemble den Überblick zu behalten.
**Das fand ich weniger gut (Contra):**
* **Herausforderung für das Gedächtnis:**
Trotz Stammbaum war die Unterscheidung der vielen Figuren zeitweise sehr anstrengend, da sich einige Namen vom Klang her stark ähneln. Das hat den Lesefluss stellenweise etwas ausgebremst.