Samantha hat ihre Ehemann erfolgreich wegen seiner Gewalttaten hinter Gitter gebracht. Unter neuem Namen reist die frisch Geschiedene nun durch die US-Bundesstaaten, um ihre Spuren möglichst zu verwischen. Immerhin hat sie ihren Ex um einige Millionen erleichtert. Und der sinnt auf Rache.
In der ersten Hälfte des Romans lässt Chris Carter uns nach einem kurzen Einblick in die Gerichtsverhandlung an Samanthas Leben auf der Flucht teilhaben. Als Mary Smith lebt sie in der ständigen Angst, jemand könnte sie ausfindig machen und im Namen ihres Ex Rache an ihr verüben. Etwaige Verfolger weiß sie entsprechend abzuschütteln. Bis sie den Mann kennenlernt, für den sie ihre Vorsicht aufgibt.
Ab der zweiten Hälfte nimmt die Handlung dann eine unerwartete Wendung. Gern hätte dies bereits früher geschehen können, da ich von Marys Leben auf der Flucht zu lesen auf Dauer etwas eintönig empfand. Tatsächlich hat Chris Carter eine besondere Wendung eingebaut, welche ich zumindest im Groben bereits von ihm erwartet hatte. Dennoch entwickelt sich die Handlung plötzlich mit zunehmender Geschwindigkeit in eine Richtung, mit der selbst ich nicht mehr gerechnet hatte. Für meinen Geschmack war mir der Schluss zu überzogen, die Intention dahinter, welche zugleich als überraschende Auflösung fungiert, fand ich wiederum sehr gut ausgedacht und in sich stimmig.
Ein Standalone-Thriller, dessen Anfang zunächst trügerisch ist. Besonders ab der zweiten Hälfte zieht der Spannungsbogen stark an und der Roman überschlägt sich zum Ende hin fast schon vor Überraschungen.