Genug für ein halbes Leben ist das Debüt der Autorin und Lektorin Evann Normandin.
Rose und Landon sind füreinander geschaffen und haben ihre gemeinsame Zukunft bereits geplant. Ein schwerer Schicksalsschlag veranlasst Rose dazu, eine neuartige Vergessenspille zu schlucken. Durch diese werden ihre bisherigen Erinnerungen an ihr Leben und ihre Liebe zu Landon gelöscht. Während sich Rose ein neues Leben aufbaut, hält Landon an ihrer Liebe fest und tritt erneut in ihr Leben.
Die Idee des Buches fand ich ausgesprochen spannend und hat bei mir unzählige Fragen im Kopf entstehen lassen:
Hat sich die Persönlichkeit von Rose verändert?
Wie fühlt es sich für Landon an, dass sie sich nicht an die gemeinsame Vergangenheit erinnern kann?
Was macht das mit den Menschen im Umfeld von Rose und Landon?
Die Handlung wird im Wechsel in der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt. Dadurch ergab sich nach und nach ein rundes Bild der Ereignisse.
Rose und Landon sind zwei authentische Protagonisten. Ich konnte die Gefühle der beiden und den Zwiespalt, wenn es um ihre Beziehung ging, sehr gut nachvollziehen.
Etwas enttäuscht war ich, dass die Vergessenspille so wenig Raum einnimmt. Letztendlich war sie nicht wirklich wichtig, sondern nur Mittel zum Zweck für diese Geschichte.
Es ist ein sehr einfühlsamer und emotionaler Roman über eine tragische Lebensgeschichte, über zweite Chancen, Verlust, Erinnerungen und Identität, der zum Nachdenken anregt und der einfach schön erzählt ist. Ich bin jedenfalls gespannt, was wir noch von Evann Normandin lesen werden.