Allein schon die ersten Seiten lassen das Schlimmste befürchten und wecken bei mir einige Ängste. Der Gedanke, verletzt, ohne Gedächtnis mich im Dschungel wiederzufinden, lässt bei mir Angstschweiß ausbrechen. Jess, die ihre Geschichte selbst erzählt, geht es ähnlich. Nur, dass sie nicht in Schockstarre verfällt, sondern versucht ihr Chancenplus zu vergrößern. Zusätzliche Brisanz erhält die Situation, als der vermeintliche Retter, sich als ihr Jäger entpuppt. Nun gilt es in einer feindlichen Umgebung zu überleben und einem gnadenlosen und besser ausgerüsteten Jäger zu entkommen. Das war anschaulich und lebendig geschildert. Was mir hier besonders gut gefallen hat, waren die Beschreibungen des Dschungels und interessante Informationen zu den Tieren, die Jess Wege kreuzen. Auch hier gibt Jess die Erläuterungen selber, denn langsam kommen die Erinnerungen zurück und mit ihnen das Wissen, das sie als ausgebildete Biologin besitzt. Der Dschungel erweist sich als der gnädigere Gegner, trotz lebensbedrohenden Begegnungen, auf die Jess noch ich gerne verzichtet hätten. Ihren unbekannten Jäger lerne ich immer mehr zu fürchten und zu hassen.
Ein weiteres Spannungselement sind Jess wiederkehrende Erinnerungen, die in der Geschichte immer größeren Raum einnehmen . Sie lassen mir zu meiner Freude viel Spielraum für Vermutungen, über das was passiert sein könnte und nicht zuletzt über die Person des Jägers. Am Ende kommt es zur unausweichlichen Konfrontation zwischen Jess und ihrem Verfolger.
Mich hat der Thriller sehr gut unterhalten, in Atem gehalten und immer wieder überrascht, auch mit dem sehr gelungenen Ende. Ich war mit Jess im Dschungel und hatte mindestens so viel Angst wie sie. Ich mochte Jess und was ich wirklich an ihr bewundert habe, sie hatte stets Verständnis für die Tiere, die ihr schaden wollten, dass sie nicht bösartig sind, sondern wie sie überleben wollen. Das stand im krassen Gegensatz zu ihrem Jäger , der sein Vergnügen darin findet, sie zu jagen, zu töten und dann noch unter unfairen Bedingungen .