Worum gehts?
Flughafen Berlin, früh am Morgen: Die Passagiere warten auf ihr Gepäck. Doch als sich das Gepäckband endlich in Bewegung setzt, sind es nicht ihre Koffer, die erscheinen. Sondern ein Mann. Mit einem Plüschteddy im Arm. Seine Kehle ist durchgeschnitten doch er lebt noch. Und dann geht alles in Flammen auf.
Meine Meinung:
Mit Todeskarussell legt Patrick McGinley sein Thrillerdebüt vor und das hat es definitiv in sich. Sein Schreibstil ist direkt, ungeschönt und stellenweise ziemlich brutal. Gerade die drastischen Szenen werden sehr plastisch beschrieben. Die Titel der Kapitel haben mich anfangs ein wenig an Tsokos erinnert, inhaltlich und stilistisch geht McGinley jedoch seinen ganz eigenen Weg.
Im Mittelpunkt stehen Kim Sperling und ihr Kollege Andi zwei Ermittler, die unterschiedlicher kaum sein könnten und gerade deshalb hervorragend miteinander funktionieren. Andi ist der etwas gesetztere, liebevolle Familienvater, während Kim noch mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Ergänzt werden die beiden vor allem durch Esme und Till eine Truppe mit viel Potenzial.
Und dann ist da natürlich dieser Fall. Allein der Auftakt am Gepäckband ist herrlich makaber und setzt die Messlatte ziemlich hoch. Der Teddy, das Feuer, das Cover man ahnt sehr schnell: Gemütlich wird das hier nicht.
Die Ermittlungen führen immer tiefer in ein Geflecht aus Drogenhandel, Geldwäsche, Politik und Vergangenheit, wobei der Flughafen als zentraler Schauplatz präsent bleibt. Neue Opfer, gefährliche Verfolgungsjagden und undurchsichtige Gegenspieler sorgen für ordentlich Tempo. Lange bleibt unklar, wie alles zusammenhängt und was letztendlich hinter den Morden steckt, habe ich so definitiv nicht kommen sehen.
Gerade die Auflösung ist für mich allerdings Stärke und Schwäche zugleich. Die Hintergründe fand ich unglaublich interessant, sie kamen mir jedoch etwas zu plötzlich. Hier hätte ich mir mehr Einblicke in die Vergangenheit gewünscht. Dafür hätten andere Passagen gerne kürzer ausfallen dürfen: Zwischendurch hatte die Geschichte einige Längen und manche Verfolgungsszenen ähnelten sich. Auch beim Handlungsstrang um Jochen habe ich auf eine größere Bedeutung gewartet, die letztendlich ausblieb. Trotz dieser Kritikpunkte ist Todeskarussell ein gelungenes Thrillerdebüt mit einem starken Ermittlerduo und einem ungewöhnlichen Fall. Und nach diesem Ende bleibt vor allem eine Frage: War es das wirklich mit Kim Sperling oder werden wir sie wiedersehen?
Fazit:
Brutal, rasant und herrlich makaber: Patrick McGinleys Todeskarussell startet mit einem Knall und schickt Kim und Andi auf eine Jagd durch Drogenhandel, Geldwäsche und dunkle Geheimnisse. Nicht jede Runde des Karussells hätte für mich gedreht werden müssen, dafür hätten die Hintergründe am Ende gerne noch tiefer gehen dürfen. Trotzdem ein starkes Thrillerdebüt, das definitiv Lust auf mehr von Patrick McGinley macht.
4 burning Stars von mir.