Worum gehts?
Eine verrufene Journalistin, Mutter ohne Kind und Alkoholikerin. Das ist Cathrine. Nach einer Explosion in Afghanistan hat sie alles verloren. Ganz unten angekommen erhält sie eine Nachricht von Pim, ihrer besten Freundin. Diese sucht in Thailand nach einem vermissten Mädchen. Ist das Cathrines Chance auf einen Neuanfang?
Meine Meinung:
Mit ihrem Thriller-Debüt Treibsand startet Christina Lund ihre Serie um die Journalistin Cathrine Birklund. Und der Schreibstil hat mich sofort gepackt und mitten hineingezogen in das bunte, laute und gleichzeitig gefährliche Treiben Thailands. Die Geschichte ist fesselnd, bildhaft und unglaublich lebendig, gleichzeitig aber auch emotional und tiefgründig.
Cathrine ist eine Journalistin, die eigentlich alles verloren hat. Ist sie mir sympathisch? Ich kann es ehrlich gesagt gar nicht sagen. Vielmehr hatte ich Mitleid mit ihr und hätte sie gleichzeitig zu gerne jedes Mal geschüttelt, wenn sie wieder zu Alkohol oder Tabletten gegriffen hat. Durch ihre Vergangenheit versteht man jedoch, warum sie so geworden ist und warum es ihr so schwerfällt, aus diesem Kreislauf auszubrechen.
Richtig gut gefallen haben mir dagegen Pim und Yosuf. Pim fällt allein durch ihr Äußeres auf, macht Muay Thai und ist Partnerin in einer Detektivagentur. Ihr Geschäftspartner Yosuf ist ehemaliger Geheimdienstagent und hat sich mit der Detektei selbstständig gemacht. Zwei spannende Charaktere, von denen ich zu gerne noch viel mehr erfahren hätte. Ich hoffe sehr, dass wir beide im nächsten Band wiedersehen werden!
Und dann ist da natürlich der eigentliche Fall. Und den fand ich einfach genial aufgebaut. Wir starten in der Vergangenheit und erfahren, was Cathrine in Afghanistan widerfahren ist. Dadurch konnte ich ihre Veränderung und ihr heutiges Verhalten viel besser nachvollziehen. Sie ist einfach ein ganz armer Kerl, für den man sich trotz allem nur wünscht, dass sie irgendwie wieder auf die Beine kommt. Danach geht es nach Bangkok und die Geschichte nimmt ordentlich Fahrt auf. Es wird ein bisschen politisch, es geht um Korruption, Aktivisten und ein verschwundenes Mädchen, Carla, die Tochter des dänischen Botschafters. Wir besuchen ein Gefängnis in Bangkok und bekommen kleine Einblicke in die politischen Verbindungen zwischen Dänemark und Thailand.
Ich fand es unglaublich, wie rasant und lebendig sich die Geschichte entwickelt hat. Cathrines Abstürze zwischen den Ermittlungen haben das Ganze noch authentischer gemacht und mich emotional immer tiefer hineingezogen. Es war ein ständiges Hin und Her der Gefühle: spannend, emotional und gleichzeitig informativ. Von mir aus hätte das Buch sogar noch ein paar Seiten mehr haben dürfen, um einige der angesprochenen Themen noch weiter zu vertiefen. Aber für den Auftakt dieser Thrillerserie war es für mich einfach perfekt. Die Auflösung war spannend und dann bekommen wir auch noch einen kleinen Cliffhanger serviert, der hoffentlich im nächsten Band aufgegriffen wird.
Ich mochte wirklich alles an diesem Buch und bin absolut gespannt, was wir von Christina Lund und vor allem mit Cathrine Birklund noch erwarten dürfen!
Fazit:
Treibsand von Christina Lund ist ein rasanter und gleichzeitig emotionaler Thriller, der mich von Anfang an gepackt hat. Mit Cathrine bekommen wir keine strahlende Heldin, sondern eine gebrochene Frau, die immer wieder abstürzt und trotzdem versucht, sich irgendwie zurück ins Leben zu kämpfen. Dazu ein spannender Fall, das lebendige Setting Thailands und politische Themen, die sich wunderbar in die Handlung einfügen. Für mich ein richtig starker Auftakt, nach dem ich unbedingt wissen möchte, wie es mit Cathrine, aber auch mit Pim uns Yosuf weitergeht.
5 Sterne von mir.