"Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" ist ein Roman von Thomas Mann, an dem er in mehreren Phasen zwischen 1910 und 1954 arbeitete. Geplant als parodistische Antwort auf autobiografische Werke wie Goethes "Dichtung und Wahrheit", verbindet das Buch Elemente des Bildungs-, Abenteuer- und Schelmenromans. Im Zentrum steht die Figur eines charmanten Betrügers, der die Welt als Bühne begreift und Täuschung zu seinem Lebensprinzip erhebt.
Geboren wird Felix Krull Mitte der 1870er Jahre in einer kleinen Stadt im Rheingau. Sein Vater ist ein lebenslustiger Fabrikant von Schaumwein, dessen aufwendige Aufmachung die mindere Qualität des Produkts kaschieren soll. Das Leben der Familie ist geprägt von Genuss, Verschwendung und Oberflächlichkeit. Aufgrund ihres zweifelhaften Rufs bleibt die Familie gesellschaftlich isoliert, und Felix wächst ohne enge Freundschaften auf. Schon früh ist er jedoch überzeugt, anderen überlegen zu sein und eines Tages eine bedeutende Stellung einzunehmen. Bereits als Kind zeigt Felix eine außergewöhnliche Begabung zur Verstellung. So tritt er im Alter von acht Jahren bei einem Kurkonzert mit einer stummen Geige auf und wird dennoch als Wunderkind gefeiert. Um dem ungeliebten Schulalltag zu entkommen, fälscht er die Unterschrift seines Vaters und perfektioniert zugleich die Kunst, Krankheiten glaubhaft vorzutäuschen - so überzeugend, dass selbst der Arzt ihm glaubt. Mit sechzehn Jahren beginnt er eine längere Beziehung zu seinem Zimmermädchen Genovefa und entdeckt dabei seine besonderen Fähigkeiten als Liebhaber, während seine schulische Laufbahn scheitert und er die Oberrealschule ohne Abschluss verlässt. Doch der Grundstein zu einer ganz außergewöhnlichen Karriere ist gelegt.
Felix Krull erweist sich als Meister der Selbstinszenierung. Mit Charme, Eleganz und großer Anpassungsfähigkeit gelingt es ihm, sich aus kleinbürgerlichen Verhältnissen in die Welt der gehobenen Gesellschaft vorzuarbeiten.