Ischl im Jahr 1867 eine Zeit voller Veränderungen, gesellschaftlicher Regeln, großer Träume und süßer Versuchungen. Mit Konditorei Zauner Die Blütezeit des Zuckerbäckers entführt die Autorin ihre Leserinnen und Leser in die faszinierende Welt der traditionsreichen Konditorei Zauner und lässt dabei ein Stück österreichischer Geschichte lebendig werden. Karl Zauner führt die Familienkonditorei mit viel Ehrgeiz und Tatkraft und möchte sie zu etwas Besonderem machen. Seine neuen Ideen und köstlichen Kreationen sorgen für Aufsehen und begeistern sogar Kaiserin Elisabeth. Besonders schön fand ich, wie die Konditorei im Laufe der Geschichte zu einem Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Ischl wird. Man kann sich die elegante Atmosphäre, den Duft von frisch gebackenem Gebäck und die feinen süßen Kreationen beinahe bildlich vorstellen. Im Mittelpunkt steht jedoch die junge Marie, die ihren eigenen Weg gehen möchte. Mit ihrem Organisationstalent, ihrem Charme und ihrer Zielstrebigkeit arbeitet sie sich zur Buchhalterin der Konditorei hoch. Marie hat mir als Hauptfigur besonders gut gefallen, weil sie nicht einfach nur ihren Platz in der Familie einnehmen möchte, sondern eigene Vorstellungen und Träume hat. Als sie sich in den jungen Komponisten Joseph Baumgartner verliebt, nimmt die Geschichte eine romantische Wendung. Ihre Gefühle werden erwidert und zunächst scheint Maries Glück vollkommen. Doch das Leben hält einige Überraschungen für sie bereit. Als Joseph von einer Tournee nicht zurückkehrt und gleichzeitig eine geheimnisvolle Bettlerin einen Fluch über die Familie Zauner ausspricht, gerät nicht nur Maries Liebesglück, sondern auch die Zukunft der Konditorei in Gefahr. Besonders gelungen fand ich die Mischung aus Familiengeschichte, Romantik, historischem Zeitkolorit und einem Hauch von Geheimnis. Die historischen Figuren und das gesellschaftliche Leben im damaligen Ischl geben der Geschichte eine ganz besondere Atmosphäre. Gleichzeitig sorgt die Bedrohung durch den Fluch dafür, dass die Handlung immer wieder neue Spannung bekommt. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Die Geschichte lässt sich leicht lesen und vermittelt dabei wunderbar das Gefühl, in eine längst vergangene Zeit einzutauchen. Besonders die Beschreibungen rund um die Konditorei haben mir gefallen sie machen richtig Lust auf Kaffee und Kuchen und verleihen dem Roman seinen ganz eigenen Charme. Konditorei Zauner Die Blütezeit des Zuckerbäckers ist eine unterhaltsame historische Familiensaga mit viel österreichischem Flair. Die Kombination aus Liebe, Familie, Tradition, gesellschaftlichem Leben und einer Prise Geheimnis hat mir sehr gut gefallen. Marie ist eine sympathische Protagonistin, deren Weg ich gerne verfolgt habe, und die Konditorei Zauner bildet einen wunderschönen Mittelpunkt der Geschichte. Wer historische Romane mit Romantik, Familiengeheimnissen und viel Atmosphäre mag, wird sich in diesem Buch sicher wohlfühlen. Eine schöne Zeitreise ins Ischl des 19. Jahrhunderts am besten mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen genießen! 5 von 5 Sternen bekommt das Buch von mir.