Mit dem Bergpfarrer hat der bekannte Heimatromanautor Toni Waidacher einen wahrhaft unverwechselbaren Charakter geschaffen. Die Romanserie läuft seit über 13 Jahren, hat sich in ihren Themen stets weiterentwickelt und ist interessant für Jung und Alt! Toni Waidacher versteht es meisterhaft, die Welt um seinen Bergpfarrer herum lebendig, eben lebenswirklich zu gestalten. Er vermittelt heimatliche Gefühle, Sinn, Orientierung, Bodenständigkeit. Zugleich ist er ein Genie der Vielseitigkeit, wovon seine bereits weit über 400 Romane zeugen.
Diese Serie enthält alles, was die Leserinnen und Leser von Heimatromanen interessiert.
Patrick Steinsdörfer schob sein Motorrad, eine Yamaha, aus der Garage und stellte vor dem Wohnhaus auf den Ständer. Vor einer Stunde war er von der Arbeit auf einem Feld, das er umgeackert und geeggt hatte, zurückgekehrt. Ende September wollte er auf dem Feld das Wintergetreide aussähen. Bis dahin lag es brach. Er hatte geduscht, sich umgezogen, einen Happen gegessen und schließlich die schwere Maschine aus der Garage geholt. Jetzt ging er noch einmal ins Haus, wo seine Lederjacke an einem Haken der Garderobe hing, nahm sie und schlüpfte hinein. Dann öffnete er die Tür zur Küche, steckte den Kopf in den entstandenen Spalt, sah seine Schwester am Herd stehen und seinen zehnjährigen Neffen Bernhard am Tisch sitzen, und sagte: »Ich fahr dann mal, Christina. Spätestens um zehn Uhr bin ich wieder daheim. Morgen nehm' ich dann den Acker beim >Rotholz< in Angriff. « Die dreiunddreißigjährige Bäuerin hatte sich ihrem Bruder zugewandt und sagte: »Wie lang wirst du dem Hof noch zur Verfügung stehen, Patrick? Ich frag' mich das immer öfter. Beim Gedanken daran, dass du irgendwann in nächster Zeit weggehst, wird mir ganz anders. « »Warum sollt' ich denn weggehen? «, fragte der Neunundzwanzigjährige etwas verständnislos. »Na ja, die Tatjana wird irgendwann darauf bestehen, dass du sie heiratest, denn ihr Vater ist net der Gesündeste und seine Arbeitskraft wird auf dem Hof irgendwann fehlen. Dann wirst du auf dem Dresselhof in Waldeck leben, und ich kann schauen, wo ich bleib'. « Patrick lachte regelrecht belustigt auf. »Von Heirat haben die Tatjana und ich überhaupt noch net gesprochen, Schwester. Außerdem ist der Vater der Tatjana lediglich ein bissel eingeschränkt, seit ihm sein Herz zu schaffen macht, aber er ist kein Totalausfall. Er muss es halt ein bissel langsamer angehen lassen.