Nachdem Drei Tage im Schnee ein Jahreshighlight für mich war, habe ich mich sehr auf das neue Buch der Autorin gefreut. Leider war es nicht so stark, wie erhofft.
Die junge Ärztin Luise verbringt die Zeit zwischen den Jahren alleine im Haus ihrer Freundin am Meer und beschäftigt sich erstmalig mit dem Ritual der Rauhnächte. Dabei kommt einiges hoch, mit dem sie sich lange Zeit nicht auseinander gesetzt hat.
Ich habe schon viel über die Rauhnächte gehört - aktuell scheint es das Ding auf Social Media zu sein. Dementsprechend neugierig war ich.
Ich finde, dass es der Autorin gut gelungen ist, den Sinn und auch den Ablauf dieser Rituale näher zu bringen. Diese Spiritualität kam toll heraus, und war gerade in Kombination mit einer eher rationalen Protagonistin spannend. Dass Luise erst skeptisch ist und sich dann nach und nach mehr darauf einlässt, fand ich nachvollziehbar.
Es gab einige Passagen, die ich mir in dem Buch markiert habe. Seien es toll formulierte Sätze oder Dinge, die zum Nachdenken anregen.
Trotz allem kam es für mich leider nicht an das erste Buch der Autorin heran, das mich damals nachhaltig begeistert hat. Es lag vor allem an Jakob. Ich verstehe, welche Aufgabe ihm in der Geschichte gegeben wurde, leider fand ich ihn äußerst unnahbar und die Gespräche zwischen Luise und ihm wenig inspirierend. Die Auflösung am Schluss gefiel mir dann auch gar nicht.
Elisa hingegen hätte meiner Meinung nach mehr Potenzial gehabt. Gerne hätte sie mehr Präsenz zeigen können.
Alles in allem für mich nur 3,5 Sterne. Das Thema ist spannend, es gab zahlreiche inspirierende Sätze und eine Protagonistin, die viel aufzuarbeiten hat, leider kam auf den knapp 200 Seiten aber einiges zu kurz und Jakob dafür zu viel Raum.
Trotzdem werde ich auch das nächste Buch von Ina Bhatter wieder lesen!