Worum gehts?
Nach einer Nacht, an die Ari sich kaum noch erinnern kann, ist nichts mehr wie zuvor. Ihre beste Freundin ist tot. Ermordet? Ari selbst wird von allen verachtet und zur Außenseiterin. Sie verlässt die Insel, um ihrer Vergangenheit zu entkommen. Doch als ihr Vater einen Unfall hat, kehrt sie zurück nach Mykonos, um ihrer Familie zu helfen. Dabei muss sie sich nicht nur den Menschen stellen, die sie einst zurückgelassen hat, sondern auch den Geheimnissen jener schicksalhaften Nacht.
Meine Meinung:
Mit What The Sand Remembers startet Magdalena Gammel ihre New-Adult-Dilogie vor der traumhaften Kulisse Mykonos. Und ja, mir hat der Auftakt richtig gut gefallen. Besonders der Schreibstil konnte mich schnell überzeugen. Mit viel Atmosphäre erschafft die Autorin lebendige Bilder, sodass ich das mediterrane Flair, die luxuriösen Resorts, die ausgelassenen Partys und vor allem Aris Gefühlswelt jederzeit vor Augen hatte.
Erzählt wird die Geschichte aus Aris Perspektive. Nach einem Jahr kehrt sie an den Ort zurück, vor dem sie einst geflohen ist, und begegnet dort nicht nur ihrer schmerzhaften Vergangenheit, sondern auch den Menschen, die sie lieber vergessen hätte. Neben Ari lernen wir ihren Bruder Lysander kennen, dessen eigenes Geheimnis nach und nach ans Licht kommt, sowie Joel, den Sohn des Resortbesitzers. Diese drei stehen klar im Mittelpunkt der Geschichte. Ergänzt werden sie von Iannis, Kyrill und Demetria, die ebenfalls wichtige Rollen einnehmen. Besonders die Dynamik zwischen den Figuren hat mir gut gefallen.
Auch die Geschichte selbst konnte mich überzeugen. Sommer, Sonne, das Leben der Reichen und Schönen, luxuriöse Resorts und wilde Partynächte treffen auf die weniger glamourösen Seiten der Insel, etwa das Leben der Angestellten und die Schatten hinter der perfekten Fassade. Dazu kommen viele emotionale Momente und genau die richtige Menge Spice. Nämlich so wenig, dass die Handlung jederzeit im Mittelpunkt bleibt und die romantischen Szenen eher dezent angedeutet werden.
Trotzdem gab es einen Punkt, bei dem ich mir etwas mehr gewünscht hätte. Von Anfang an schwebt die geheimnisvolle Nacht vor einem Jahr über der gesamten Geschichte. Ari erinnert sich nur bruchstückhaft daran, ihre beste Freundin starb und die Bewohner der Insel begegnen ihr voller Ablehnung. Diese unterschwellige Spannung ist jederzeit spürbar und sorgt immer wieder für dieses unangenehme Ziehen im Magen, wenn Ari durch das Resort läuft oder auf alte Bekannte trifft. Gerade deshalb hätte ich mir gewünscht, schon früher mehr über die damaligen Ereignisse zu erfahren. Vielleicht in Form von Rückblicken oder weiteren Erinnerungsfetzen. Stattdessen beginnt die Geschichte zunächst eher wie eine klassische Rich-Boy-Poor-Girl-Romance und greift die eigentliche Kernhandlung erst auf den letzten rund hundert Seiten intensiver auf. Genau dort wird das Buch für mich am spannendsten. Dadurch verschenkt der Auftakt leider etwas Spannung, macht mit seinem starken Ende aber gleichzeitig unglaublich neugierig auf die Fortsetzung. Und von dieser erwarte ich jetzt wirklich einiges.
Fazit:
What The Sand Remembers von Magdalena Gammel ist ein atmosphärischer New-Adult-Auftakt, der mit traumhaftem Mykonos-Flair, authentischen Figuren und jeder Menge unterschwelliger Spannung überzeugt. Auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass die Ereignisse der verhängnisvollen Nacht etwas früher stärker in den Fokus rücken, hat mich die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite bestens unterhalten. Das Ende wirft spannende Fragen auf und macht definitiv neugierig auf die Fortsetzung. Ich freue mich schon darauf, endlich mehr über die Geheimnisse der Insel zu erfahren.
4 sonnige Sterne von mir.