Wiebke Lorenz widmet sich in ihrem Voll im falschen Film einem Thema, welches in unserer Gesellschaft einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert einnimmt. Sie stellt unter anderem die Frage, ab wann eine Person eigentlich dem Alkohol verfallen ist und damit in eine Abhängigkeit geraten kann. Medizinisch betrachtet, sind die Kategorien der Sucht klar festgelegt und auch die Wege zurück in die Normalität des Lebens, ohne die Droge Alkohol, sind therapeutisch vorgegeben. Doch jeder betroffene Mensch als Individuum sieht seine Chancen dem Teufelskreis zu entfliehen anders. Dem einen helfen starke Worte oder die Gespräche in der Gruppe, vielleicht ein Klinikaufenthalt oder sogar die harte Erfahrung des kalten Entzugs. Die Autorin selbst ist alkoholkrank und kennt die Schwierigkeiten, die im Kopf entstehen und einen Rückfall provozieren. Sie gibt allerdings auch Denkanstöße an die Gesellschaft, über die Krankheit nachzudenken und den Alkohol ebenso wie das Nikotin als gesundheitsschädlich im öffentlichen Konsum zu kennzeichnen.
Nora Stern, die Protagonistin der Geschichte, verdient ihren Lebensunterhalt als erfolgreiche Schauspielerin, die sich im Unterhaltungsfernsehen einen Namen gemacht hat. Sie ist alkoholkrank, lebt getrennt von ihrem Mann Felix und hat seit drei Jahren keinen Tropfen angerührt. Während eines Jogginglaufes wird sie hinterrücks bewusstlos geschlagen und wacht schließlich in einem verschlossenen Kellerraum wieder auf. Das Essen ist reichhaltig und ganz nach Noras Geschmack. Doch es gibt nur Schnaps und Wein zu trinken. Nach vier Tagen wird sie wieder freigelassen. Nun braucht sie das Teufelszeug nötiger denn je, welches sie sich an der Tankstelle besorgt und dort von einem Paparazzo aufgelauert wird. Welche problematischen Einflüsse nun ihr ganzes Leben bestimmen und welche Unterstützung sie bekommt, davon erzählt der Roman in einer humorvollen und lebendigen Art, die allerdings unnachgiebig auf den bedrückenden Zustand eines alkoholkranken Menschen zeigt.