Cash ist der Auftakt zur Reihe um die Lucky River Ranch aus Texas. Es ist eine Cowboy Romance mit City Girl Power und Small-Town-Vibes. Mit folgenden weiteren Tropes: Enemies to Lovers, Grumpy x Sunshine, Found Family.
Mollie ist auf dem Weg nach Hartsville, in die Heimat ihres verstorbenen Vaters. Es geht um seinen Nachlass, unter anderem eine riesige Ranch, auf der sie als Kind gelebt hat. Durch die Scheidung ihrer Eltern ist ihr jedoch dieser Part abhanden gekommen. Heute ist sie 26 und hat sich eine kleine Stiefelfirma mit ihrer Freundin in Dallas aufgebaut. Sie braucht dringend Geld um weiter investieren zu können, doch das Erbe ist an einem Ultimatum gebunden. Sie soll 1 Jahr lang auf dieser Ranch verbringen. Doch erschweren wird ihr das der Vorarbeiter der Ranch Cash Rivers. Er ist so etwas wie der Ziehsohn ihres Vaters, der ihn und seine Brüder aufgenommen hat. Alle arbeiten hart auf der Ranch. Cash wurde auch die Ranch versprochen, doch nun ist Mollie da. Es ist eine Hassliebe vom ersten Moment an. Beiden hegen Vorurteile und versuchen sich so gut es geht aus dem Weg zu gehen, doch das scheitert. Also wieso nicht versuchen miteinander auszukommen und das Bester daraus zu machen. Doch ist das so einfach? Es endet in einem Epilog.
Die Leute auf der Ranch sind zum Teil eine große zusammen gewürfelte Familie, aber immer für den anderen da. Hartsville ist eine texanische Kleinstadt. Es wirken so einige Charaktere mit, aber wohldosiert und nicht verwirrend. Durch die detaillierten Beschreibungen kommt richtiges Smalltown- und Cowboyfeeling auf. Die Weite, das Land, die Musik und die Mentalität. Zwischen den Protagonisten entstehen immer wieder funkensprühende Wortgefechte und witzige Dialog. Es knistert gewaltig zwischen den Zeilen und dennoch entwickelt sich über die wenigen Wochen eine Slow-Burn Romancemit wohldosierten und sinnlichen Spice. Ansonsten kommt die Story ohne übertriebenes Drama aus, sie wächst an sich selbst, an ihren Erfahrungen der Vergangenheit und zeigt deutliche Reife und Kompromissbereitschaft.
Mollie wird zunächst als versnobtes City-Girl abgestempelt. Doch sie kämpft hart für ihre Träume, hat Ziele und weiß anzupackenden. Sie interessiert sich, ist ein Sonnenschein und weiß sich mit Worten zu wehren. Sie wächst über sich hinaus und lernt die Dinge in einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Cash ist der große Bruder, der Veranwortliche und hat früh gelernt ein Vorbild zu sein und alle zusammenzuhalten. Seine eigene Ziele hat er dabei heruntergeschraubt. Auf den ersten Blick ist er ein mürrischer Arsch, eine eine dominierende Ader und einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Er ist sehr aufmerksam, erkundet sein Umfeld und trägt tiefe Emotionen in sich, die er aber nicht jedem zeigt.
Der Schreibstil ist sehr angenehm, es ist bildhaft, harmonisch, neckend und sehr amüsant, aber auch sehr gefühlvoll. Es liest sich sehr kurzweilig, einnehmend, wohlfühlend und auch humorvoll von Kapitel zu Kapitel. Die Handlung selbst ist teils überraschend, leicht abenteuerlich, mit ehrlichen und auch süßen Momenten besetzt. Die Handlung wird in der Ich-Perspektive mit sichtbaren Wechsel der Charaktere wiedergegeben.
Das Buchcover ist witzig, sehr pink und so auffallend, dass man wissen möchte, was dahinter steckt. Im Inneren sind Kapitelzierden und kleine passende Szenenüberschriften.
Nur weil du nicht perfekt bist, heißt das nicht, dass du kaputt bist.
Mein Fazit: Es war eine sehr schöne, kurzweilige und schmunzelhafte Lesezeit mit einem wirklich schönen Cowboyfeeling und Ranchleben. Für den Herbst ist schon Buch 2 mit dem nächsten Bruder angekündigt.