A Vow of Light and War von Ayla Dade präsentiert sich als eines der schönsten Highlights in punkto Design. Sowohl äußerlich, als auch innerlich wartet dieses Buch mit einer Fülle von atemberaubenden Bildern auf. Karten, ausgefallene Kapitelüberschriften, Auszüge aus Texten - aufwendig und hochwertig - zeigt sich hier schlicht und einfach ein Juwel.
Auf 700 Seiten entführt uns Ayla Dade in eine umfangreiche, opulente und teils auch überfüllte Fantasy Welt, die mit reichlich Ereignissen, Kämpfen, Akademie Alltag und allerlei anderen Themen ausgestattet ist. Gerade zu Beginn der Reise wirkt das Konzept jedoch zu überladen und verworren - nicht zuletzt ausgelöst durch fremdartige Namen und Begriffe, die sich oftmals wiederum ähneln - was den Einstieg persönlich schwerfällig machte.
Obgleich dieses holprigen Starts waren es Punkte wie der einnehmende Stil, der ausgefallene und außergewöhnliche Humor, wie auch die einprägsamen Charaktere, deren Sog man nicht widerstehen konnte. Allen voran Protagonistin Soraya präsentiert sich als scharfzüngige Kämpferin, die mit Herz und Verstand agierte, was mir zutiefst imponierte.
Neben ihr stachen aber auch weitere Figuren hervor, die kaum aus dem Gedächtnis wegzudenken sind. So bildet die Freundschaft zu ihren Zimmergenossinnen einen wunderschönen Found Family Trope, wohingegen die buchstäbliche Bindung zu Prinz Cruz von hitzigen Wortgefechten und dem Enemies-to-Lovers Trope geprägt ist.
All diese Aspekte hatten das Potenzial zu einer wahren Obsession zu werden, doch sosehr mich eben beschriebenes auch begeisterte und faszinierte, sosehr stachen einige Facetten hervor, die Frust und Enttäuschung hervorriefen. Allen voran die auffallenden und sich häufenden Parallelen zu bekannten Werken wie Harry Potter, Die Tribute von Panem und Die Bestimmung, bis hin zu fehlenden Emotionen und Gefühlen hinsichtlich der Romantasy.
Gerade im Fantasy Genre stechen Inspirationen bekannter Schöpfungen immer wieder hervor, was ich persönlich nicht schlimm finde, denn es mag unvorstellbar schwer sein, das Rad wahrhaftig neu zu erfinden und letztlich braucht es das ja auch nicht. Aber hier mangelte es mir an persönlicher und eigenständiger Note sowie Kreativität.
So zeigen sich teils ganze 1:1 Ereignisse aus ebenjenen Werken, die ich persönlich anders gewünscht hätte, was sodann leider einen faden Beigeschmack hervorrief. Auch die Empfindungen, Annäherungen und heimlichen Berührungen zwischen Soraya und Cruz blieben für mich auf fast 600 Seiten zu oberflächlich und kaum greifbar, wohingegen das Ende sich dann als jetzt oder nie anfühlte.
Obwohl A Vow of Light and War für mich so einige kritische Aspekte aufweist, die Unzufriedenheit und Enttäuschung hinterließen, ist da der, wenn auch schwache, Funke mehr erfahren zu wollen. Die offenen Geheimnisse zu ergründen und vor allem Soraya und Cruz auf ihrer weiteren Reise begleiten zu wollen.