Ich glaube, ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, bei dem ich während des Lesens so viele Theorien aufgestellt und gleichzeitig ständig neue Fragen bekommen habe. This Kingdom Will Not Kill Me hat mich wirklich sehr schnell in seine Welt gezogen und ich hatte eigentlich durchgehend das Gefühl, dass ich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.
Maggie mochte ich als Protagonistin von Anfang an sehr gerne. Sie ist mutig, stark und gleichzeitig unglaublich menschlich. Besonders schön fand ich, dass sie trotz all der außergewöhnlichen Dinge, die sie erlebt, ihre Familie und ihr früheres Leben nicht einfach vergisst. Ihre Gedanken, ihre Gefühle und auch ihre Liebe zu Büchern haben sie für mich sehr greifbar gemacht. Gerade ihre Art, mit Büchern umzugehen und in ihnen Trost zu finden, konnte ich sehr gut nachvollziehen.
Überhaupt ist die Welt für mich eines der großen Highlights des Buches. Man bekommt nach und nach immer mehr Einblicke in die Magie, die politischen Strukturen, die verschiedenen Machtverhältnisse und die Geschichte dieser Welt. Dabei wird man nicht einfach mit Informationen überschüttet, sondern entdeckt vieles gemeinsam mit Maggie. Und auch optisch konnte ich mir die Welt sehr gut vorstellen. Es gibt so viele interessante und außergewöhnliche Dinge zu entdecken.
Besonders gut gefallen hat mir außerdem der Humor. Trotz teilweise ernster und düsterer Situationen gibt es immer wieder Momente, bei denen ich laut lachen musste. Dieser Wechsel zwischen Spannung, ernsteren Themen und Humor hat für mich sehr gut funktioniert.
Ein weiterer großer Pluspunkt ist für mich der Slow Burn. Ich liebe es, wenn sich Beziehungen nicht innerhalb von ein paar Kapiteln entwickeln, sondern wirklich Zeit bekommen. Genau das passiert hier. Die Spannung zwischen den Charakteren wird langsam aufgebaut und ich mochte dieses langsame Annähern unglaublich gerne. Gleichzeitig bleibt der Spannungsbogen eigentlich die ganze Zeit oben. Es passiert regelmäßig etwas, aber das Buch hetzt dabei nicht von einem Ereignis zum nächsten.
Es gibt natürlich auch ruhigere und etwas seichtere Passagen, aber für mich waren diese nie lang genug, dass Langeweile aufgekommen wäre oder ich das Gefühl hatte, die Geschichte würde sich ziehen. Das Tempo hat für mich insgesamt einfach sehr gut funktioniert.
Auch die vielen Charaktere haben mir gefallen. Besonders die Dynamik innerhalb der Gruppe fand ich schön und ich mochte es, wie sich nach und nach Vertrauen und Freundschaften entwickeln. Viele Figuren bekommen ihre eigene Geschichte und dadurch wirken sie nicht einfach wie Nebenfiguren, die nur dazu da sind, Maggie durch die Handlung zu begleiten.
Eine kleine Kritik habe ich allerdings bei den vielen Namen. Es gibt wirklich sehr viele Personen und teilweise fiel es mir schwer, alle Namen und Zusammenhänge dauerhaft im Kopf zu behalten. Zum Glück gibt es ein Glossar, das hier wirklich eine große Hilfe ist. Ohne das hätte ich vermutlich deutlich öfter zurückblättern müssen.
Etwas mehr über Maggie selbst hätte ich mir ebenfalls gewünscht. Wir erfahren unglaublich viel über die Welt und andere Charaktere, aber gerade bei ihrer eigenen Vergangenheit und ihrem persönlichen Hintergrund hätte ich gerne noch etwas mehr erfahren.
Insgesamt ist This Kingdom Will Not Kill Me für mich ein richtig gelungener Fantasy-Auftakt. Eine interessante Welt, eine starke und sympathische Protagonistin, viele Geheimnisse, überraschende Wendungen, Humor und vor allem ein Slow Burn, der genau mein Geschmack ist.
Ich hatte beim Lesen unglaublich viel Spaß, habe ständig neue Theorien aufgestellt und wollte immer wissen, welche meiner Vermutungen vielleicht tatsächlich stimmen könnte. Für mich definitiv ein Buch, bei dem ich sehr gerne weiterlesen würde.