Julia ist Anfang 40, Angestellte in einer Zahnarztpraxis, Ehefrau von Marcel und Mutter zweier Kinder. Die Sommerferien und der alljährliche Sommerurlaub stehen bevor, und Julia merkt, dass sie sich irgendwie selbst verloren hat. Sie ist so sehr daran gewöhnt, auf die Bedürfnisse ihrer Familie einzugehen, dass sie nicht mehr weiß, was sie eigentlich will. Als eine Freundin sich von ihrem Mann trennt, beginnt sie, sich unangenehme Fragen zu stellen: Ist sie eigentlich noch glücklich mit Marcel? Oder überhaupt zufrieden?
Das Buch besteht abwechselnd aus Kapiteln, in denen aus Julias Sicht die Vorbereitungen für den Sommerurlaub, die Ferien in den Niederlanden und die Zeit danach beschrieben werden, und aus Briefen, die Julia seit der Kindergartenzeit ihres ältesten Kindes Oskars an sich selber schreibt, um sie später noch einmal lesen und sich erinnern zu können.
Anschaulich führt das Buch vor Augen, dass auch heute noch Mütter die Hauptverantwortlichen in aller Lebensbereichen sind: Sie gehen auch arbeiten, kümmern sich aber viel intensiver um die Kinder, fast ausschließlich allein um den Haushalt mit allem Drum und Dran, während die Väter hauptsächlich arbeiten gehen und danach Freizeit brauchen, weil sie erschöpft sind. Julias Mann Marcel will schon gelobt werden, wenn er einmal einen Einkauf erledigt, ohne zu sehen, dass Julia erhebliche Vorarbeiten in Form von Einkaufslisten und so weiter erledigt hat.
Der Roman liest sich flüssig und unterhaltsam, echte Highlights oder Spannungsaufbau bleiben jedoch aus. Mir mutete das Buch eher wie eine Aneinanderreihung von Blogbeiträgen an, und der dabei deutlich erhobene Zeigefinger störte mich.
Auch sprachlich war mir das Buch mit Ausdrücken wie "boah, mega, Marcel ging kacken" und so weiter zu salopp.
Am Ende ging mir alles etwas zu glatt, und es war wieder Friede Freude Eierkuchen.
Das Buch behandelt ein sehr wichtiges Thema auf eine etwas oberflächliche Art.