Mit "Novembersommer" hat Andreas Eschbach einen Roman abgeliefert, der zu meinen persönlichen Jahreshighlights zählt.
Deutschland in nicht allzu ferner Zukunft: >es ist November, die Temperatur liegt bei 28 Grad. Alle halbherzigen Versuche der >Politik, den CO2-Ausstoß zu stoppen, sind gescheitert, der Klimawandel ist auf Höchststand. Eine Gruppe von Ökoaktivisten um den charismatischen Klimawissenschaftler Dr. Frederick Rookwerper, GREENFORCE, will die Sache selbst in die Hand nehmen. Sie sind der Meinung, dass nur Geo-Engineering die Welt und ihre Bevölkerung retten kann. Als ihnen ein Konsortium die finanziellen Mittel bereitstellen will, fassen sie einen waghalsigen Plan.
Dieser Roman hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Ein Wälzer von über 800 Seiten! Ich bin froh, ihn gelesen, nein verschlungen zu haben. Eschbach vermittelt die Inhalte in einer Sprache, die zwar Wissenschaft vermittelt, aber nicht langweilt. Im Gegenteil, der Roman bietet Spannung vom Feinsten. Die Charaktere sind glaubhaft, einzelne Personen hier besonders hervorzuheben, fällt mir wirklich schwer. Wir lernen nicht nur die europäische Seite des Klimawandels kennen, Eschbach beschäftigt sich auch mit dem Klimawandel in Indien und Afrika. Dazu kommt nicht nur auch die menschliche Variante, sondern auch die politische. Der Roman hat mir Kenntnisse um Geo-Engineering vermittelt, die Chancen und die Risiken dieser Technologie. Diese Dystopie hat mich schaudern lassen. Ist es wirklich schon zu spät? Oder was können wir tun? Und was unternimmt vor allem die Politik? Und das alles verpackt in eine spannende Handlung aus wechselnden Sichten.
Ein großartiger Roman, den ich gerne noch einmal lesen möchte, ohne den Inhalt bereits zu kennen! Eine absolute Leseempfehlung, da die Tragweite des Klimawandels anschaulich darstellt, ohne dabei auch die Gefühle der so unterschiedlichen Protagonist*innen zu vernachlässigen.