Das Cover von Im Rollstuhl um die Welt löst bei mir sofort Fernweh aus! Ich finde es super, dass ich die Autorin und Reisende direkt kennen lernen darf und etwas von der weiten Welt sehe, die sie bereist hat. Auch die Gestaltung mit Titel und Name ist sehr stimmig geglückt und im Inneren steht das Layout diesem gelungenen Einstieg in nichts nach. Ich mag es sehr, dass die Kapitelüberschriften mit einem kleinen Weltreise-Symbol geschmückt und eingeflochtene Sprüche auch optisch angehoben sind. Ein gestalterisches Highlight ist für mich das Inhaltsverzeichnis, das mir sehr gefällt und ich liebe ganz besonders die Seiten im Innenteil, die uns LeserInnen mit Fotos von Noras Abenteuern versorgen und die ich sehr oft angeschaut habe.
Nora Welsch erzählt in diesem Buch die Geschichte von ihrem Traum: eine Weltreise trotz und mit der Tatsache ihrer Behinderung. Mit jeweils 2 AssistentInnen verwirklicht sie diesen Traum und lässt uns sehr offen daran teilhaben, was sie erlebt, was sie fühlt, was sie bereichert und was sie einschränkt.
Ich habe dieses Buch mit sehr viel Freude gelesen und vom ersten Moment an Noras Mut bewundert. In solch körperlicher Abhängigkeit anderen Menschen so zu vertrauen, braucht ohnehin viel Mut, in ganz unbekannter Umgebung, in der man Gefahren etc. noch viel weniger einschätzen kann als Zuhause, ist das aber noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Mein Denken und Erleben haben die Schilderungen der Autorin absolut bereichert und ich habe mir noch einmal ganz neu Gedanken über barrierefreies Reisen gemacht. An vielen Stellen wäre ich am liebsten direkt selber aufgebrochen, weil mich das Reisefieber gepackt hat und ich die Orte, die sie bereist hat, auch selber sehr gerne sehen würde.super schön, das mich die Schilderungen so mitgenommen haben!
Besonders wertvoll fand ich aber auch die Schilderungen der Besonderheiten, die durch Noras einzigartige Situation entstehen. Selten haben wir die Möglichkeit so viel Wissen und Einblicke sammeln zu können, aus einer Welt, in der sich die meisten Menschen nicht auskennen. Und neben der ganz grundsätzlichen Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung finde ich es auch einfach eine Bereicherung, wenn ein solches Buch zu Verständnis und Verständigung beitragen kann. Ich habe mit Nora gelitten und gejubelt, mich gesorgt und gefreut. Sie hat es wirklich geschafft, dass ich mit ihr unterwegs sein durfte, und das hat mir sehr gefallen. Außerdem konnte ich auch immer wieder ein Stückchen von mir selber in diesen Geschichten finden und das ist immer toll.
Neben allen Besonderheiten dieser Weltreisegeschichte, macht es einfach Spaß sie zu lesen und in fernen und näheren Ländern Abenteuer zu erleben, die Umgebung zu erkunden und Partys zu feiern. Außerdem hat sie mir Mut und Hoffnung geschenkt, denn sie zeigt, dass vieles möglich ist,was auf den ersten Blick vielleicht unmöglich scheint dafür bin ich sehr dankbar! Von Herzen gerne möchte ich dieses lesenswerte Buch weiter empfehlen und zwar an alle reiselustigen LeserInnen, aber auch an all jene, die auf der Suche nach Einblicken in eine ganz eigene Lebensrealität sind viel Freude damit!