Auch dieses Buch von Evie Woods hat mich von Anfang an mit seiner besonderen, ruhigen Atmosphäre abgeholt. Die Idee einer alten, mysteriösen Geige, die im Fundbüro am Flughafen auftaucht und plötzlich mehrere Leben miteinander verbindet, fand ich richtig faszinierend. Besonders spannend ist dabei, dass sich die Geschichte auf zwei Zeitebenen entfaltet und nach und nach ein größeres Bild entsteht. Das ist ein Punkt bei Woods Büchern, die ich total lieben gelernt habe. Wenn sich mehrere Zeitstränge verbinden und zu einem großen Ganzen werden. Ich denke, dass dafür ein besonderes Können des Autors gefragt ist und Evie Woods macht das einfach jedes Mal grandios.
Im Mittelpunkt stehen Devlin, Walter und Gabrielle, die alle auf ihre eigene Weise mit der Vergangenheit kämpfen. Gerade diese Mischung aus unterschiedlichen Lebenswegen hat mir gut gefallen, weil man Schritt für Schritt merkt, wie sehr sie alle durch das Geheimnis der Geige miteinander verbunden sind. Es ist weniger eine schnelle, actionreiche Geschichte, sondern eher ein langsames Zusammensetzen von Erinnerungen, Emotionen und verborgenen Wahrheiten.
Der Schreibstil ist sehr bildhaft und beinahe poetisch, genau, wie ich es bisher von der Autorin gewohnt war. Ich bin schnell in diese ruhige, fast magische Stimmung eingetaucht, die sich durch das ganze Buch zieht. Es ist ein Roman, der eher über Gefühle als über Spannung funktioniert, aber genau das macht ihn besonders.
Die Themen rund um Verlust, Neuanfang und die Kraft der Musik haben mich emotional erreicht, auch wenn die Handlung stellenweise eher gemächlich voranschreitet. Insgesamt war es für mich ein sehr atmosphärisches, berührendes Buch mit einer ungewöhnlichen Grundidee, aber einer grandiosen Umsetzung.