Was wäre, wenn unsere Seele immer wiedergeboren würde? Wenn unser jetziges Leben von unseren vorherigen bestimmt würde? Wenn wir zu unserem 18. Geburtstag erfahren würden, wer wir waren und das bestimmt, wer wir sein werden?
Diese spannenden Gedanken hat Rebecca Danzenbaker in der Dystopie "Soulmatch" verarbeitet. Die Ausgangslage dieses Buches hat mich unglaublich fasziniert und ich mochte es sehr, wie ich in diese zukünftige Welt nach dem 3. Weltkrieg gestoßen wurde.
Der Einstieg ist mir trotz der komplexen Ideen und neuen Konzepte zur Seele erstaunlich leicht gefallen. Die Erklärungen waren gut in die Story eingebaut. Außerdem mochte ich die Hauptperson Sivon schon zu Beginn gerne. Ich konnte mich sehr gut in ihre Lage hineinversetzen und verstand, was es für sie bedeutete zu erfahren, was für eine Seele sie in sich trägt.
Leider hatte mir der Klappentext etwas zu viel über das erste Drittel der Story verraten. Aber zum Glück hält das Buch noch einige Überraschungen bereit. Es gibt eine Liebesgeschichte, die sich für mein Empfinden sehr schön entwickelt hat. Einen großen Teil der Geschichte nehmen aber politische Intrigen und Verschwörungen in Regierungskreisen ein, in die auch Sivon verwickelt wird.
Ich fand die Auflösung unglaublich spannend und zugleich ziemlich verwirrend. Es gab in kurzer Zeit so viele Wendungen und Enthüllungen mit so vielen verschiedenen Namen, dass es mich doch ein wenig überfordert hat. Ein Namensverzeichnis oder ein Zeitstrahl wären hier sehr hilfreich gewesen oder eben eine Auflösung, die sich schon länger anbahnt.
Doch trotz des etwas verwirrenden Endes bin ich sehr froh, "Soulmatch" gelesen zu haben. Die Ansätze der Dystopie fand ich sehr stark, die Ausgangsidee neu und anders und die Charaktere überzeugend. Man muss sich ein wenig für politische Intrigen interessieren und gut bei den vielen Namen aufpassen, dann ist das Buch wirklich klasse.