Berliner Flair ist eine Zusammenstellung kleiner schriftstellerischer Meisterstücke von Joseph Roth, geschrieben in den zwanziger bis Anfang der dreißiger Jahre, während seines Aufenthaltes in Berlin. Es ist die Zeit politischer Umwälzungen, die Zeit der jungen Weimarer Republik, die mit den Folgen des Ersten Weltkrieges zu kämpfen hatte und den einfachen Menschen mentale als auch körperliche Stärke abverlangte.
Joseph Roth schreibt in dieser Zeit kleine Geschichten für Zeitungen, setzt sich darin intensiv mit dem Leben auf der Straße, in den Kneipen und Cafè auseinander, erzählt, was der politische Alltag mit den Menschen macht, wie sie leben, was sie denken, wie sie ihr täglich Brot verdienen müssen. Aber auch die Umgestaltung des Stadtbildes nimmt er genauer unter die Lupe. Es werden Büroräume gebraucht und die Moderne sieht dafür Hochhäuser vor.
Joseph Roth schreibt mal zynisch, ironisch mal mitfühlend doch stets mit einem klaren Blick auf die sich ihm bietende Situation des ausschweifenden Lebens der feinen Gesellschaft oder dem einfachen Volk, das sich durchschlägt, das auf ständiger Suche nach Arbeit ist und keine Kraft besitzt, an das Morgen zu denken.
Eine kleine aber sehr feine Anthologie, herausgegeben vom BeBra Verlag.