Joy hat nach ihrer Scheidung genug von ihrem bisherigen Leben und zieht sich in die Wälder des Olympic Nationalparks zurück. Dort trifft sie auf den kleinen Bobby und seinen Vater Daniel. Zwischen den dreien entsteht nach und nach eine Verbindung, die für alle wichtig wird.
Die verschneiten Wälder und die Kälte haben mir beim Lesen gut gefallen. Ich konnte mir Rain Valley und die Umgebung gut vorstellen. Gerade zu Joys Situation hat diese winterliche Landschaft für mich gut gepasst.
Nach der Scheidung weiß Joy zunächst selbst nicht so recht, wohin ihr Weg führen soll. Sie braucht Abstand und versucht gleichzeitig, mit dem klarzukommen, was hinter ihr liegt. Ihre Gedanken konnte ich dabei an vielen Stellen gut nachvollziehen.
Joy, Daniel und Bobby gehen jeweils mit ihrer Trauer auf ihre eigene Art um. Dabei geht es auch darum, anderen wieder zu vertrauen und jemanden an sich heranzulassen. Das hat mich beim Lesen immer wieder zum Nachdenken gebracht. Auch Bobby ist mir dabei im Gedächtnis geblieben. Trotz seiner Trauer bringt er seine eigene Art in die Geschichte ein. Die Beziehung zwischen ihm, Joy und Daniel entwickelt sich nach und nach, sodass ich wissen wollte, welchen Weg die drei gemeinsam gehen werden.
Einige Stellen haben mich emotional erreicht, andere waren mir etwas zu gefühlvoll. Vor allem im weiteren Verlauf nimmt die Handlung eine Richtung, mit der ich so nicht gerechnet hatte. Diese Wendung hat für mich nicht ganz so gut funktioniert, da sie stellenweise etwas märchenhaft wirkt. Dadurch konnte ich mich nicht mehr ganz so gut auf die Geschichte einlassen wie zu Beginn.
Auch beim Tempo gab es Unterschiede. Manche Abschnitte ließen sich schnell lesen, während andere für mich etwas länger brauchten. Jeder der drei bringt seine eigene Geschichte mit. Deshalb war ich gespannt, wie sich das Verhältnis zwischen ihnen weiterentwickelt und ob sie trotz ihrer unterschiedlichen Erfahrungen zueinanderfinden.
Beim Lesen gab es für mich einige Stellen, die mir im Gedächtnis geblieben sind und über die ich noch etwas nachgedacht habe. Die Begegnungen zwischen Joy, Daniel und Bobby haben dabei eine wichtige Rolle gespielt. Auch die winterliche Umgebung hat gut zu den Ereignissen gepasst. Nicht jede Wendung war für mich nachvollziehbar, insgesamt habe ich den Roman aber gerne gelesen. Dafür vergebe ich 4 Sterne.