Huntsman von Naima Simone ist eine deutlich blutigere und düstere Variante von Schneewittchen.
Eshe Diallo war sechzehn, als ihre Mutter, die Königin der Mwuaji Mafia, hinterrücks ermordet wurde. Seitdem führt Eshes Tante den Clan an und Eshe weiß, dass sie hinter dem damaligen Anschlag steckte. In den vergangenen neun Jahren ist Eshe zu einer tödlichen Killermaschine geworden, die hauptsächlich für ihren Moment der Rache lebt. Um diese Bedrohung für ihre Macht zu beseitigen, heuert Eshes Tante den gefährlichsten Killer von Bostons Unterwelt an, um ihre Nichte zu töten. Der Huntsman ist immer erfolgreich, zumindest bis er auf sein Kryptonit Eshe Diallo trifft. Eshe ist mehr als vorbereitet, denn Malachi Bowden, der Huntsman, ist nicht nur ihr Tod, sondern gleichzeitig ihre größte Schwäche.
In dieser wirklich sehr düsteren Dark Romance von Naima Simone gibt es natürlich jede Menge Anspielungen und Parallelen zum märchenhaften Original. Aber mit der unschuldigen und gutherzigen Prinzessin Schneewittchen hat Eshe Diallo ein gar nichts mehr zu tun. Die Bezeichnung morally grey wäre hier eine harte Untertreibung, auch wenn unsere dunkle Thronfolgerin durchaus ein paar moralische Grenzen besitzt.
Eshe ist ein absoluter Bad Ass, genau wie ihr sieben Freundinnen, die ihr tödliches Gefolge bilden. Das finde ich nicht unbedingt schlecht, den ich mag toughe FMC, die nicht naiv und blind durch die Handlung stolpern. Ihre Obsession für Malachi hat ihr nicht nur das Leben gerettet, sondern sorgt auch für explosiven Haters-to-Lovers-Vibe, der sich in zahlreichen spicy Szenen entlädt.
Malachi ist ein eiskalter Auftragskiller, der hinter seinen gefühllosen Mauern seine Vergangenheit und seine Traumata vergraben hat. Eshe zerrt seine verborgenen Emotionen gnadenlos ans Tageslicht, was unserem Boogieman ziemliche Angst einjagt.
Hier treffen zwei gebrochene Seelen aufeinander, die beide in der Dunkelheit Zuflucht und Sicherheit gefunden haben. Die Story hat in ihrer schonungslosen und detailreichen Brutalität auch eine gewisse Tiefe, vor allem wenn sich Eshe und Malachi mit ihren wahren Gefühlen und Ängsten auseinandersetzen müssen. Pluspunkte hier auch für die Nebencharaktere, die viel zu dieser Entwicklung beitragen.
Mein Fazit:
Ich gebe gern eine Leseempfehlung!