Cover & Klappentext
Das Cover ist sehr aussagekräftig, sodass man sofort weiß, womit man zu rechnen hat. Mir gefällt es gut, insbesondere weil es perfekt zum Buch passt.
Der Klappentext hat mich angesprochen. Zum einen vom Inhalt her, aber auch weil mir die Autorin was sagt, obwohl ich noch kein Buch von ihr gelesen habe.
Meinung
Asta ist die Letzte der Lancia, nachdem ihr Volk erbarmungslos niedergemetzelt wurde. Ab diesem Moment hat sie allen Göttern abgeschworen, aber besonders dem Kriegsgott Bellon, von dem sie sich verraten fühlt.
Sechzehn Jahre später ist sie eine Flüsterin, eine Assassinin, die den Auftrag erhält, den Priester Nero zu töten, dessen Stimme sie anschließend in ihrem Kopf hört. Es stellt sich heraus, dass Nero ein Nekromant ist, der Astas Körper übernehmen will. So oder so, einer muss gehen. Doch dann entwickelt sich zwischen den beiden eine seltsame Verbundenheit, die sie in große Schwierigkeiten bringt.
Aus der Sicht von Asta wird man durch das Geschehen geführt. Der Einstieg war leichtgängig, sodass ich mich schnell in der Story wiederfand. Auch die Hauptprotagonistin Asta hat mir sehr gefallen. Sie wurde zwar etwas reduziert dargestellt, aber alles andere hätte nicht zu ihr gepasst. Immerhin ist sie eine Assassinin, die fokussiert bleiben muss und unnötige Emotionen verdrängt. Allerdings kommt noch erschwerend hinzu, dass sie als einzig Überlebende der Lancia ohnehin nicht sehr zugänglich ist. Ihr Volk hat damals den Kriegsgott Bellon verehrt. Dementsprechend waren sie starke Kämpfer, die, wenn die Kriegswut sie überkam, beinahe unbesiegbar waren.
Nero hingegen bleibt lange Zeit geheimnisvoll, dafür aber zugänglicher. Dieser Gegensatz ist gut gelungen. Erst im weiteren Verlauf erfährt man ein paar Hintergrundinformationen.
In der Story dominiert der Wunsch nach Rache. Das ist Astas Ziel. Denn ihr Volk ist für immer verloren. Und so hält sie sich seit sechzehn Jahren bedeckt, bis sie Nero tötet.
Zum ersten Mal hat sie so engen Kontakt mit einer anderen Person. Was als Katastrophe beginnt, entpuppt sich mit der Zeit als hilfreich, ja, beinahe angenehm.
Die Annäherung der beiden geschieht langsam. Und dieser Punkt ist klar vorhersehbar. Immerhin lernen sie sich sehr intensiv kennen, bis Asta erkennt, was in Nero steckt, und umgekehrt. Nicht jeder besitzt nur negative Seiten, und es ist schön, mitzuerleben, als ihnen das klar wird.
Der Schreibstil war in meinen Augen solide. Nicht sonderlich hervorstechend, was aber auch nicht notwendig ist. So kommt die Handlung besser zur Geltung. Insgesamt würde ich ihn als flüssig beschreiben.
Das Tempo hätte meiner Meinung nach etwas schneller sein können. Ich verstehe natürlich die Intension, Hintergründe zu erläutern und ein Gefühl für die aktuelle Situation zu transportieren, aber das war für mich zeitweise etwas zu ausufernd, sodass Längen aufkamen, die man hätte verhindern können. Dafür wurden die Spannungsspitzen, die sich durch das Geschehen ziehen, zu rasant abgehandelt.
Der erste Band endet mit einem Cliffhanger, der einen die Fortsetzung sehnsüchtig erwarten lässt.
Die Geschichte konnte mich trotz kleinerer Schwächen mitreißen. Für Band zwei wünsche ich mir allerdings mehr Emotionen, die nicht nur auf Wut, Rache und Verrat beruhen. Hier findet sich zwar auch ein wenig Zuneigung und Freundschaft, aber um intensiver mitfiebern zu können, sollten diese etwas stärker in den Fokus gerückt werden.
Fazit
Ein interessanter Auftakt, dessen Höhepunkt in Band zwei zu erwarten ist. Der Einstieg ist vielversprechend und zeitweise sehr intensiv, bedingt durch die außergewöhnlichen Hauptprotagonisten.
Da ich von einer deutlichen Minderung der Schwächen in der Fortsetzung ausgehe, vergebe ich knappe vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.