Sinister Symphony ist der erste Band der neuen Reihe von Marina Neumeier und ist 460 Seiten lang. Es geht um Aria und Icaro, die Opern singen und gemeinsam auf eine Sommertour quer durch Europa gehen. Früher waren sie beste Freunde, bis Icaros Vater den von Aria ins Gefängnis gebracht und sie gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Zwillingsbruder das Land verlassen hat und sie in England ein neues Leben angefangen haben. Doch trotz der 15 Jahre, in denen sie sich nicht gesehen haben, erkennt Icaro sie sofort und die beiden nähern sich wieder an. Doch als es dann zu mysteriösen Telefonanrufen und weiteren Dingen kommt, dringt die Wahrheit über die Ereignisse in der Vergangenheit immer weiter ans Licht.
Nachdem ich schon andere Bücher der Autorin gelesen und sehr gemocht habe, freue ich mich riesig auf die neue Reihe von Marina Neumeier. Ich habe bisher noch kein Buch mit Opernthematik gelesen, deswegen war ich sehr gespannt auf die Umsetzung in diesem Buch. Gepaart mit der Liebesgeschichte und den Suspence Elementen war meine Neugier geweckt.
Was mir an der Gestaltung des Buches sehr gefallen hat, waren die Kapitelanfänge, die die Skyline der Stadt zeigen, in der das Kapitel spielt. Zudem fand ich das Personenverzeichnis zu Beginn des Buches sehr hilfreich, da konnte man nochmal nachschauen, wenn ein Name fällt, den man noch nicht kannte oder verinnerlicht hat.
Erzählt wurde sowohl aus Arias als auch aus Icaros Perspektive, was ich in romantischen Büchern immer sehr schön finde, da ich so die Gefühle zwischen den beiden immer besser nachvollziehen und nachempfinden kann. Dadurch konnte man beide gut kennenlernen, ihre Handlungen aufgrund ihrer bisherigen Erlebnisse, ihren Gedanken und Gefühlen nachvollziehen und die Beziehung auf einer tieferen Ebene miterleben. Beide Protagonisten waren mit sympathisch, wobei Icaro zunächst eher kühl und distanziert wirkte, doch je mehr man ihn kennengelernt hat, desto mehr Facetten hat er offenbart und im Endeffekt kann ich sagen, dass in ihm eine gute Seele steckt, die aber hinter einer harten Schale versteckt ist. Seine Vergangenheit und seine Ängste werden von der Autorin gut dargestellt, auch Arias Probleme, gerade mit ihrem Gewicht, beleuchtet die Autorin. Gemeinsam entwickeln sich die beiden weiter und stellen sich ihren Problemen.
Die Thematik mit der Oper hat mir sehr gefallen, ich hatte bisher noch nicht viele Berührungspunkte und fand es daher sehr interessant, da mal hinter die Kulissen zu blicken. Da hätte ich mir allerdings noch ein paar mehr Einblicke gewünscht, genauso wie zu den Städten der Tourstopps. In einigen Städten wurde das schon umgesetzt, zum Beispiel in Paris, in anderen, beispielsweise in Madrid, fehlte mir das Feeling und die Besonderheiten der Stadt, die die Tour ein wenig runder und die Stopps einzigartiger gemacht hätten.
Der Schreibstil der Autorin ist locker und leicht, die Handlung lässt sich gut verfolgen, auch wenn es teilweise ein paar Längen gibt, doch gegen Ende nimmt die Handlung an Fahrt auf. Es wird deutlich spannender und man möchte das Buch kaum aus der Hand legen, weil man wissen möchte, was als nächstes passieren wird. Die Auflösung am Ende war schlüssig, die ein oder andere Wendung hatte ich auch so vermutet, wie es dann aber letzten Endes genau abgelaufen ist und, wer hinter den mysteriösen Anrufen steckte, war doch ein wenig überraschend für mich.
Insgesamt war es also ein guter Auftakt der neuen Reihe, zwar mit kleinen Schwächen, aber trotzdem hat mich fie Geschichte unterhalten und mitreißen können. Die thematisieren Inhalte wie beispielsweise der Umgang mit dem Körperbild der Protagonistin oder mit den Ängsten des Protagonisten ist in der heutigen Zeit wichtig und ich finde es gut, dass die Autorin das in das Buch miteingebunden und die Lesenden dadurch darauf aufmerksam gemacht werden.