Hier betritt ein klassisches Ermittlerduo die Bühne. DC Smith ist einfach zu alt, zu unangepasst, zu belastet. Er passt nicht ins Schema, hat sich freiwillig degradieren lassen, ermittelt gründlich, wühlt Dinge auf, die manch andere lieber verborgen lassen würden, kurz: Er ist sehr sehr unbequem. Und sehr erfolgreich.
Der Routinefall um den Tod eines Siebzehnjährigen scheint eine klare Angelegenheit. DC Smith soll den Fall abschließen und dabei gleich dem jungen Chris Waters ein paar Feinheiten der Ermittlungsarbeit näherbringen.
Selbstverständlich ist der Fall alles andere als einfach. Er führt den erfahrenen Ermittler und seinen jungen, intelligenten, scharfsinnigen Kollegen tief zurück in die Geschichte Europas. Plötzlich steht das Duo im Fadenkreuz korrupter Drahtzieher, durchkreuzt die Interessen mächtiger Egomanen und muss sich ganz nebenbei gegen die Intrigen und Sticheleien auf der Dienststelle zur Wehr setzen.
Ein unglücklicher Tod ist ein gelungener Reihenauftakt mit einem komplexen Figurennetzwerk, das viel Entwicklungspotenzial mit sich bringt und wunderbar kantigen Charakteren, an deren Brüchen der Fall seine Tiefe entwickelt.
Mit einer perfekten Mischung aus geistreichen Dialogen, Gespür fürs Timing und stimmungsvoll auserzählten Szenen gelingt Peter Grainger ein erzählerisch starker Krimi, der ganz nonchalant an die Tradition der großen Erzähler der Kriminalliteratur anknüpft. Ein unglücklicher Tod ist fesselnd bis zum Schluss, very british und immer auch ausgesprochen menschlich. Vieles bliebt offen, vielversprechend lauern die weiteren bereits 16 Bände im englischen Original.