Die achtjährige Bela hat ein Geheimnis: Jede Nacht begegnet ihr eine unheimliche Gestalt, die sie Other Mommy nennt und die immer wieder dieselbe Frage stellt: Darf sie in Belas Herz?
Bela weigert sich, doch die nächtlichen Besuche bleiben nicht ohne Folgen. Schon bald wird klar, dass nicht nur Bela, sondern ihre ganze Familie in Gefahr ist.
Josh Malerman spielt mit einem Ort, an dem man sich eigentlich sicher fühlen sollte: dem eigenen Zuhause und schlimmer noch: dem Kinderzimmer. Wenn die Other Mommy auftaucht, entsteht eine wirklich beklemmende, unheimliche Atmosphäre.
Für meinen Geschmack entwickelt sich die Geschichte danach zunehmend zu einer Mischung aus Grusel und Familiendrama, wobei die familiären Probleme viel Raum einnehmen. Das war interessant erzählt, hat mich als reine Horrorgeschichte aber nicht vollständig überzeugt. Auch das Ende war für mich recht vorhersehbar, aber dennoch stimmig und konsequent positiv, dass auf ein klassisches Happy End verzichtet wird.
Besonders gut gefallen hat mir Bela als Hauptfigur. Sie muss im Laufe der Geschichte viel zu schnell erwachsen werden, während sich ihre Eltern teilweise erstaunlich kindisch verhalten. Gerade dieser Gegensatz macht sie interessant und lässt mit ihr mitfühlen.
Auch als Hörbuch ein gelungenes Erlebnis: Pia-Rhona Sachse als Sprecherin hat mir sehr gut gefallen, ihre Stimme passt perfekt zu Belas Perspektive und trägt die unheimlichen Szenen.
Fazit: The Other Mommy hat eine starke, unheimliche Grundidee und mit Bela eine tolle Protagonistin. Für Leser:innen, die atmosphärischen Grusel mit viel Familiendrama mögen, genau richtig. Wer durchgehenden Hardcore-Horror erwartet, könnte wie ich etwas mehr Nervenkitzel vermissen. Insgesamt wurde ich aber gut unterhalten.
4 von 5 Sternen. Vielen Dank an NetGalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar.