Ein Radiobeitrag mit einem Interview mit der Autorin von 'Zeit der Monster', Seyda Kurt, hat mich ziemlich neugierig gemacht auf den Roman. Die Autorin war bereits bekannt durch ihre Sachbücher. Dies nun ihr erster Roman. Die Geschichte und ihre Umsetzung, sprich die Erzählweise, pendelt irgendwo zwischen den beiden extremen Polen 'genial' und 'banal-absurd'. Und es ist wohl eher ein sowohl-als auch, denn ein entweder-oder. Ich habe das Buch schon irgendwie gemocht, aber mich auch immer wieder beim Kopfschütteln erwischt. Eine Story wie ein gigantisches Wimmelbild. Im zentrum steht ein abgehängtes und abgewirtschaftetes Stadtviertel mit seinen Bewohner*innen. Es ist die nahe Zukunft und Deutschland hat eine Kanzlerin. Es mach die Prophezeiung vom baldigen Weltuntergang die Runde. Ein Bürgermeister, der säuft, ein Pfarrer, der den Glauben verloren hat und Geflüchtete beherbergt, eine Fitnessstudiobesitzerin, eine Kneipe, in der Sanya arbeitet, deren Freundin Nabu spurlos verschwunden ist, ein uraltes Relikt aus fernster Vergangenheit und der Wunsch, die Zukunft des Stadtviertels zu verändern, was aber nur über ein Eintauchen in die Verghangenheit funktionieren kann. Hört sich verwirrend an? ja - so ist das Buch. Trotzdem Leseempfehlung... weil's so anders ist!