
Die Lehre von der Versöhnung der Welt durch die Passion des Gottmenschen Jesus Christus steht im Zentrum christlicher Verkündigung und Frömmigkeit. Zugleich wehrt der christologische Triumphalismus die Zweifel am Heilsversprechen paranoid ab und bildet so die Wurzel des abendländischen Antisemitismus. Stefan Etgeton entwickelt eine Negative Christologie und reagiert damit auf diese historische Belastung mit einer Neuorientierung der Theologie, die weg von der Zuversicht des Ostersonntags hin zu einer ambiguitätstoleranten Karsamstagstheologie tendiert. Gegenüber dem großen Versprechen bleibt sie skeptisch, zugleich sucht sie nach theologischen Antworten auf eine durch die Katastrophen des 20. Jahrhunderts ernüchterte Moderne.
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