Eigentlich wollten der Tod und sein Team eine alte Dame abholen - aber auch ihr Nachbar reicht ihnen. Hauptsache, die Statistik stimmt. Doch ein größenwahnsinniger Tech-Milliardär hat andere Pläne: zum ersten Mal im Leben des Todes scheint Unsterblichkeit realistisch, wodurch dieser erst einmal den Abflug macht. Die KI hat aber nicht nur die Optimierung der Menschen im Sinn, sondern der ganzen Welt. Ein Wettlauf gegen bzw. um die Zeit beginnt und die alles entscheidende Frage steht im Raum: kann es einen Anfang ohne ein Ende geben?
Der Schreibstil ist humorvoll aber die Schreibweise ändert sich regelmäßig: es gibt Prosa, Lyrik, Protokolle und Lieder. Nicht nur einmal habe ich mich beim Lesen gefragt, was beim Schreiben konsumiert wurde, da mir selbst beim Lesen schummerig wurde. Wer kommt denn auf die Idee ein Widerstandsbündnis aus Apokalyptischen Reitern, Friedhofsgärtnern, Gruftis und Aktivisten zu bauen? Immerhin ist durch die Hungersnot für Verpflegung gesorgt.
Und trotz des oberflächlichen Klamauks geht es um wichtige Themen und große Gefühle. Diesen Spagat so hinzubekommen, ist wahrlich beeindruckend.
Die Figuren sind skurril, aber nachvollziehbar ausgearbeitet. Selbst Personen, die erst spät auftauchen, ergänzen das Team wunderbar. Ein besonderes Highlight ist in meinen Augen der Mini-Tod. Aber auch die verschiedenen KI ergeben ein absolut rundes Bild. Falls dies ein realistisches Szenario der Zukunft wäre, so hätte ich keine Angst davor.
Mich reizte es, ein satirisches Buch über den Tod zu lesen, aber so viel Gesellschaftskritik hatte ich nicht erwartet, wurde aber extrem positiv überrascht wie gut dies zusammenpasst. Dieser Roman unterhält nicht nur, sondern regt Zeile für Zeile zum Nachdenken an. Absolut empfehlenswert!