Wer Cosy Mystery liebt, findet in Wolf Septembers Reihe "Grisper Castle - Ein Schloss in Schottland" den gewünschten Lesestoff. Band 4 "Spuk aus Whisper Hollow" unterhält erneut mit spannendem Grusel.
Auf Grisper Castle werden Gäste erwartet. Fünf Freunde wollen sich hier treffen und ihrem gemeinsamen Hobby, der Astronomie, nachgehen. Die Schlossbewohner bereiten alles vor und widmen sich ansonsten ihren eigenen Interessen. Während Craig und Marek ihre Beziehung genießen, hat Marcus seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt. Mein Lieblingsgeist Kenneth und der etwas vorlaute Wassermann Bryne ärgern einander. Alles wie immer. Doch zwei mysteriöse Todesfälle im nahen Darkmoor wecken Craigs Interesse. Mit Recht wie sich bald herausstellt ...
Grisper Castle ist selbst für Schottland ein ungewöhnlicher Ort. Dafür sorgt auch die dort wohnende Gemeinschaft. Ein Vampir, zwei Hexer, ein Wassermann, ein Gnom, zwei Geister und zeitweise eine Fee. Dazu noch die Köchin Luise, ein Mensch. Ihr Zusammenleben gestaltet sich harmonisch, abgesehen vom Dauergeplänkel zwischen Bryne und Kenneth.
Constable Cody Banks klärt Lord Chrisholm, also Craig, über die neuesten Todesfälle in Darkmoor auf. Beide Toten waren gesund und haben im Sterben ihre Gesichter zu einer entsetzten Fratze verzogen. Dazu sind sie um Jahrzehnte gealtert. Die tote 29-jährige Kirsty sah aus wie eine 90-
-jährige Greisin. Cody ist klar, dass hier etwas Unerklärliches vorgeht. Die angebotene Hilfe von Craig und Marek nimmt er dankbar an. Inzwischen mehren sich auf Grisper Castle Hinweise auf Ungemach. Kenneth warnt seine Mitbewohner noch, doch dann stirbt Stefan, der sympathische Wiener aus der Astronomiegruppe: Mit angstvoll verzerrtem Gesicht und um Jahrzehnte gealtert. Das Grauen ist auf Grisper Castle angekommen.
Wolf September versteht es hervorragend, leisen Grusel heraufzubeschwören. Von der Art, die Gänsehaut beschert und für leichtes Grauen sorgt. Es ist gut zu spüren, wie das Unerklärliche allmählich an Raum gewinnt und die drohende Gefahr subtil wächst. Die Atmosphäre verdüstert sich. Gut zu wissen, dass die Schlossbewohner dem etwas entgegensetzen können. Die Recherche nach der Identität des Angreifers gestaltet sich spannend und informativ. Doch die Zeit wird knapp. Schon befindet sich das nächste potenzielle Opfer in tödlicher Gefahr.
"Spuk aus Whisper Hollow" hat mich kurzweilig unterhalten. Der Autor liefert genau die Art von Grusel, die mich anspricht. Neben Lokalkolorit und Spannung weist die Geschichte sympathische Charaktere und eine inspirierende Wohngemeinschaft auf. Die Story hat mich so gepackt, dass ich kurz an den Kauf von Eichenholzmehl gedacht habe. Am Ende waren alle meine Fragen beantwortet. Einmal mehr wurde offenbart, welches Leid Verblendung, Vorurteile und Standesdünkel verursachen. Ich freue mich schon auf neue Nachrichten aus Grisper Castle. Möglicherweise erweitert sich die Wohngemeinschaft?