Manche Bücher spürt man schon nach den ersten Seiten, dass sie einem lange im Kopf bleiben werden. Genau so ging es mir mit "Hoffnung leuchtet wie ein Stern" von Elisabeth Büchle.
Timea, eine Fotografin, die sich mit riskanten Freizeitaktivitäten von einem inneren Schmerz abzulenken versucht, erfährt unerwartet von einem Erbe in Grönland. Und mit ihr taucht man ein in eine Welt aus ewigem Eis und stiller Hoffnung.
Was mich beim Lesen wirklich gepackt hat, ist die Art, wie Grönland in diesem Buch lebendig wird. Ich konnte mir die raue Schönheit dieser Landschaft so richtig vorstellen, die schroffen Küsten, das Knirschen des Eises, diese besondere Weite und Stille. Beim Lesen habe ich die Kälte fast selbst gespürt. Genau das macht dieses Buch für mich zu einem perfekten Rückzugsort für gemütliche Lesestunden.
Dazu kommt eine zweite Zeitebene, die mich genauso mitgenommen hat. Während Timea in der Gegenwart nach Antworten auf ihre eigenen Fragen sucht, erzählt das Buch parallel die Geschichte einer deutschen Vorfahrin, die einst als Missionskind von Grönland nach Deutschland geschickt wurde. Beide Geschichten ergänzen sich wunderbar, ich wollte das Buch kaum aus der Hand legen.
Schön eingebettet fand ich auch die Entstehungsgeschichte des Herrnhuter Sterns, ein hübsches Detail hinter einem Symbol, das man aus der Weihnachtszeit kennt, ohne seine Herkunft zu wissen.
Für mich ein echter Wohlfühlroman: atmosphärisch dicht, warmherzig erzählt und mit einer Prise Hoffnung, die noch lange nachklingt. Wer an einem kalten Abend eine Geschichte sucht, die einen mitnimmt und einhüllt wie eine warme Decke, wird hier genau richtig fündig.