Wie schon in Happy New Year schafft es Malin Stehn auch in Schattengast wieder, ein emotional aufgeladenes Familiendrama voller explosiver Stimmung zu zeichnen. Sie switcht geschickt zwischen den Ereignissen in zwei unterschiedlichen Malmöer Familien hin und her, ebenso wie zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem. Durch die Vernehmungsprotokolle der Polizei verschafft sie uns einen Überblick über das Geschehen und die Handlungen ihrer Figuren. Anfänglich ködert sie uns mit einigen eskalierenden Situationen, in denen nichts ist, wie es scheint, bis sie die Zusammenhänge immer weiter offenbart. Wer belügt hier wen, und wer hat ein Verhältnis mit wem? Zugleich spielt sie mit den Vorurteilen gegenüber der Stadt Malmö, die in Schweden durch Berichte über Bandenkriminalität und soziale Brennpunkte bekannt ist.
So ist Schattengast von Malin Stehn ein emotionaler, psychologisch fein austarierter Familien-Thriller. Bestens gelesen von Eva Becker, Cornelia Waibel, Jonathan Springer und Lina Syren.