Nichts für mich!
Definitiv ein nein für mich! Es ist das furchtbarste Buch, das ich dieses Jahr gelesen hab! Die vielen positiven Rezensionen sind für mich nicht nachvollziehbar bzw. durch Social Media Werbung erklärbar?! Es ist am Ende immer leichter negative Kritik zu äußern, aber ich werde versuchen es im Rahmen zu halten, denn es war leider echt wirklich, wirklich schlecht...
Schon der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr schwer gefallen. Aus Erzählsicht einer 6 Jährigen werden schwammig traumatisierende Ereignisse geschildert, die aber zunächst der Fantasie der LeserInnen überlassen bleiben, aber sehr grausam anmuten. Es ist jedoch einfach merkwürdig zu lesen-und für mich auch nicht ganz nachvollziehbar, wieso die Autorin als Erwachsene so gezwungen aus Sicht eines Kindes schreibt. Dabei eine Authentizität zu erzeugen ist eine Gratwanderung und hier simple nicht gelungen- Gedanken und Verhalten nicht altersentsprechend, fehlende Recherche zur Thematik Missbrauch, Kinder, Adoption, Psychotherapie, Mobbing, usw...Die Behandlung von medizinisch/ärztlichen Aspekten im Geschehen ist schon fast grob fahrlässig schlecht.
Die Geschichte ist sehr oberflächlich, besonders Nebencharaktere wirken hohl und klischeehaft, dass es schon wehtut beim Lesen. Abgesehen davon, dass sich kein konsquent roter Faden in den Handlungen erkennen lässt, wirkt alles sogar gegenteilig sehr sprunghaft mit einer riesigen Prise Dramatik drübergestreut- was für die Autorin anscheinend automatisch emotionale Tiefe bedeutet- tut es natürlich nicht!
Es sind viele Seiten bei denen ich das Gefühl hab, es passiert eigentlich null relevantes, obwohl genügend Potential da wäre, Spannung auf zu bauen, sei es um die Hintergründe der Protagonisten besser kennenzulernen oder der "Slow- Burn " Romance ein Knistern zu verpassen- einziger Pluspunkt, der schnulzige Spice bleibt den LeserInnen erspart. Stattdessen gibt es zahlreiche Logikfehler, die nichts mit einem realen Leben schwer traumatisierter Menschen zu tun haben, unsensibel und teilweise wirklich dümmliche Gespräche, die vielleicht für Teenager glaubhaft wirken könnten, wenn nicht unvermittelt Lebensweisheiten, völlig aus dem Zusammenhang gerissen, eingeworfen werden würden, und habe ich eigentlich schon die unnötige Verwendung von ständig neu dramaturgisch konstruierten "Katastrophen" erwähnt?!
Die Hauptprotagonistin wundert sich selbst so auf Seite 358, also schon gut im Geschehen fortgeschritten, dass sie eigentlich kaum etwas über ihre Familie weiß, wohlgemerkt sie leben schon seit 10 Jahren zusammen, und dem kann ich mich nur anschließen. Weder habe ich das Gefühl einer der Personen im Buch nach über 500 Seiten spezifische Charakterzüge zuordnen zu können, noch irgendetwas wirklich echtes über ihr Innenleben oder ihre Gedanken zu wissen. Aber zu guter letzt bleibt auch noch alles offen und es gibt keinerlei Abschluss zu irgendeinem der angeschnittenen Handlungsstränge!
Am Ende, jaaaa das war mein Highlight und größter Pluspunkt für die Geschichte, bleibt es ein Roman, dem künstlerische Freiheit obliegt, die Erwartungen sollten dann aber am besten 3 Untergeschosse tief im Keller liegen. Dazu passt der äußerst einfache Schreibstil jedoch gut, der mich tatsächlich positiv mit dieser Rezension enden lässt, denn so ist man beim Lesen schnell wieder fertig!
Fazit: Das Buch hat sicher seine Zielgruppe, ich bin es nicht- Zurückhaltung mit meiner Kritik hab ich wohl doch nicht geschafft!