Liebe Leserinnen, liebe Leser, im Stadtbild sind sie inzwischen allgegenwärtig: Solarmodule. Zwischen Geranien und Petunien zieren sie als Balkonkraftwerke immer mehr Fassaden, von Dächern ganz zu schweigen. Auch weltweit beschleunigt sich der Siegeszug der Photovoltaik. Solarstrom ist mittlerweile unschlagbar günstig. In Zeiten globaler Unsicherheiten steht er zudem zunehmend für Energiesouveränität, sowohl für Privatleute und Unternehmen als auch für ganze Nationen. Doch bei derart exponentiellen Entwicklungen können sich »innerhalb kürzester Zeit die Spielregeln ändern«, mahnt unser Autor der Titelgeschichte, Solarzellenforscher Lukas Wagner. Er prophezeit eine Photovoltaikindustrie, deren fortgesetztes Wachstum Ressourcenprobleme heraufbeschwört - sofern wir nicht gegensteuern. Die Frage ist darum nicht nur, wie wir die Energiewende schnell voranbringen. Wir sollten auch überlegen, wie wir im Streben nach Unabhängigkeit keine neuen Versorgungsengpässe und Konflikte erzeugen. Das kann gelingen, wenn Forschung, Industrie und Politik den absehbaren Bedarf an Hightech-Materialien und das zukünftige Recycling schon heute mitdenken. Eine erhellende Lektüre wünscht Ihnen Mike Zeitz, Spektrum der Wissenschaft.