Kompromisslos, düster, politisch. Und leider näher an der Realität als einem lieb sein kann! Für ein Erstlingswerk echt erste Sahne!
Hamburg in nicht allzu ferner Zukunft ist unterteilt in eine Glitzerwelt an der Elbe, einem grauen Mittelbereich und am Rand Verfallszonen, in denen nichts mehr investiert wird.
Boje, der sich Elbe-9 nennt ist ein Hacker, er lebt unsichtbar, allein, in Steilshoop in einer winzigen Wohnung in einem der heruntergekommenen Hochhäuser. Er ist ein sogenannter Netrunner, gräbt nach Daten. Eines Tages findet er in einem Leak etwas, das ihn direkt betrifft. Der Stadtteil, aus dem er stammt steht auf einer Liste. Der Verfall in Hamburgs Randgebieten hat einen Plan ist kein Versagen. Seine Familie hat achtzehn Monate Zeit, bis es sie direkt trifft.
Ein Mann, der in öffentlichen Dokumenten nicht erscheint, steht hinter dem Plan. Er ist ein Gegner, dessen Überwachungssysteme in jeder Stadt Deutschlands zu finden ist.
Boje muss nun anderen Menschen vertrauen, will er die Wahrheit ans Licht zu bringen. So entsteht ein Netzwerk aus fünf sehr unterschiedlichen Leuten, die keine Gemeinsamkeiten haben. Fünf Menschen, die anfangs nur verbindet an die Öffentlichkeit zu bringen, was geheim bleiben soll.
Elias Norden hat einen sehr eigenwilligen Erzählstil gewählt. Anfangs nicht leicht zu lesen, aber es zieht einen unweigerlich in Bann.
Aufgrund Erzählperspektive ist es nicht so einfach eine Verbindung zu den Protagonisten aufzubauen. Aber das hält die dystope Stimmung konstant hoch.
Fazit: Ein cooles Buch! Alle Achtung!!!
Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, aber dem Thema angemessen. Für ein Erstlingswerk echt erste Sahne! Gerne davon eine Fortsetzung oder ähnliches.