Cover & Klappentext
Ein Cover, das aufgrund der Farbgebung sofort ins Auge fällt. Kombiniert mit den Details passt es perfekt zur Story, obwohl mir etwas die vorherrschende Düsternis fehlt.
Letztendlich war es der Klappentext, der mich überzeugt hat, das Buch zu lesen. Es gibt immer ein paar Begriffe, die mich ein wenig triggern. Außerdem war ich gespannt auf das Romantasy-Debüt der Autorin.
Meinung
Als Mitglied einer der Herrscherfamilien Ethereals hat die junge Faerie Nova kein Mitspracherecht, was ihre Zukunft angeht. Das betrifft auch das Besuchen der Stellarium Academy.
Einerseits ist ihre dortige Ausbildung eine Chance, sich frei zu entfalten. Andererseits muss sie sich mit ihrem Ex-Freund Xander und ehemals besten Freund Caelan auseinandersetzen, die sie damals ohne ein Wort aus ihrem Leben gestrichen haben.
Zwischen Novas unkontrollierter Magie, extremen Prüfungen und Mitschülern, die nur auf ihr Scheitern warten, wird sie mit düsteren Geheimnissen und Verrat konfrontiert, während sie gleichzeitig darauf achten muss, ihr Herz zu schützen.
Es gibt Bücher, die fordern den Leser heraus, die unterhalten und hinterlassen im Idealfall auch einen gewissen Nachhall. Aber dann gibt es welche, die einen sofort in ihren Bann ziehen, sodass man einerseits gar nicht erwarten kann, wie es weitergeht, aber andererseits versucht, so langsam wie möglich zu lesen, um länger in der kreierten Welt zu bleiben. Und so ging es mir mit Moonwings.
Überwiegend aus der Sicht von Nova wird man durch das Geschehen geführt, wobei der Einstieg etwas irritierend war. Ich hätte mir eine Zeitlang ein Glossar gewünscht, um ein paar Begriffe vorab genauer einordnen zu können. Allerdings findet sich eine Auflistung der Herrscherfamilien inklusive deren Mitglieder.
Zum Glück kann man die Bedeutung im weiteren Verlauf aus dem Kontext entnehmen oder sie werden schlichtweg erklärt.
Was sofort auffällt, ist der überraschend einwandfreie Schreibstil. Die Autorin brilliert stets mit der richtigen Wortwahl und wunderschönen Satzkonstruktionen, sodass es wirklich Spaß macht, das Buch zu lesen, unabhängig vom Inhalt.
Oftmals besteht das Risiko, wenn man zu viel Wert auf herausragende Formulierungen setzt, dass die Handlung in den Hintergrund gerückt wird oder zu steif wirkt. Das ist hier nicht der Fall. Der Autorin ist es gelungen, ihre Art zu schreiben mit einer unglaublich einnehmenden Geschichte zu verbinden.
Nova hat mich sofort für sich eingenommen. Das passiert nicht allzu oft. Vielleicht mag mein Mitgefühl für ihre Lebenssituation und ihre Traumata das Ganze verstärkt haben. Aber letztendlich spielt das keine Rolle, wie ich mit der Hauptprotagonistin warm geworden bin. Das Ergebnis zählt.
An der Stellarium Academy muss sich Nova ihren Ängsten stellen und lernen, ihre Magie zu beherrschen, was nicht einfach ist, wenn das Augenmerk auf ihrer Person liegt und sie aufgrund ihrer Vergangenheit gehemmt ist.
Dazu kommen auch noch Xander und Caelan, mit denen sie einst eng befreundet war.
Neben Nova gibt es noch jede Menge anderer Charaktere, die mehr oder weniger Raum einnehmen. Je nach Aufmerksamkeit wurden sie gestaltet, sodass sie ein angemessenes Maß an Präsenz mitbringen.
Und dann wären da noch Glints. Sie alle sind einzigartig, sodass ich für mich beschlossen haben, auch eins haben zu wollen.
Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal ein Buch gelesen habe, das mit von vorne bis hinten begeistert hat. Hier stimmt beinahe alles, wie zum Beispiel das Tempo. Es mag zum Teil etwas gemächlicher anmuten, aber Längen blieben dennoch aus. Die Story entwickelt und verdichtet sich langsam, während der Leser nach und nach mit Informationen gefüttert wird. Nichts wirkt künstlich kreiert. Jeder Handlungsstrang fügt sich nahtlos ein.
Gleichzeitig wird man nicht nur mit purer Spannung abgehandelt, sondern mit einer Vielzahl an Emotionen. Ich habe geschmunzelt, mehr geweint, als ich zugeben will, und das Geschehen einfach nur gelebt.
Und nicht zuletzt überzeugt die Idee. Hier zeigt die Autorin ihre Kreativität und ihr Können. Für ein Romantasy-Debüt ist es wirklich gelungen.
Einziger Wermutstropfen ist das Ende. Meiner Meinung nach hat die Story es nicht nötig, den Leser mit einem Cliffhanger anzufixen, sondern spricht für sich selbst. Auch unabhängig davon könnte ich nicht erwarten, wie es weitergeht.
Fazit
Moonwings ist definitiv ein Highlight. Die Autorin glänzt mit grandiosen Charakteren, einer vielschichtigen Story und einem herausragenden Schreibstil. Hier macht das Lesen einfach nur Spaß, während man allmählich in das Geschehen gesogen wird.
Unterhaltung pur.
Ich vergebe seltene fünf von fünf Sternen und eine absolute Leseempfehlung.