In diesen warmherzigen Romanen der beliebten, erfolgreichen Sophienlust-Serie wird die von allen bewunderte Denise Schoenecker als Leiterin des Kinderheims noch weiter in den Mittelpunkt gerückt.
Denise hat inzwischen aus Sophienlust einen fast paradiesischen Ort der Idylle geformt, aber immer wieder wird diese Heimat schenkende Einrichtung auf eine Zerreißprobe gestellt.
Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren.
Die Sonne stand bereits tief über den Dächern von Maibach, als Romina auf dem breiten Fensterbrett in ihrem Zimmer saß und in die Dämmerung hinausschaute. Maibach war ein beschaulicher, friedlicher Ort, doch seit letzter Woche erschien ihr der Frieden trügerisch. Romina hatte zunehmend das Gefühl, als ob sich der Boden unter ihren Füßen auf eine Weise verschieben würde, die sie nicht benennen konnte. Vielleicht lag es an Thoralf, ihrem Vater, der war plötzlich so merkwürdig geworden. Früher hatte er immer von seinen Erkenntnissen und Erlebnissen als Höhlenforscher berichtet. Schon morgens in der Küche am Frühstückstisch oder abends auf dem Balkon. Thoralf hatte so viele spannende Geschichten zu erzählen, Romina konnte gar nicht genug davon bekommen. Egal, ob es um Fledermäuse oder Springschwänze ging, um blinde Skorpione oder Olme, Romina war total fasziniert. Nur die Höhlenspinnen, die mochte sie nicht, von denen wollte sie gar nichts wissen. Seit letzter Woche war Thoralf stumm wie ein Fisch, und das Leben war von einer Art Stille erfüllt, einer Stille, die sich wie ein dicker Nebel über alles legte. Thoralf wirkte meist wie geistesabwesend, und oft schien er auf etwas zu starren, das gar nicht da war, das nur er sehen konnte. »Warum bist du plötzlich so seltsam, Papa? «, hatte Romina ihn immer wieder gefragt. Doch jedes Mal hatte Thoralf sie nur mit einem rätselhaften Lächeln angesehen und geantwortet: »Es ist nichts, mein Schatz. Ich habe nur viel zu tun. « Romina wollte ihm so gerne glauben. Das war allerdings nicht leicht, vor allem, weil sie das Gefühl hatte, dass etwas in der Luft lag, das nicht greifbar, aber dennoch offensichtlich war. Ihr Vater hatte sich verändert, das stand nun mal fest, und sie wusste nicht, wie sie damit umgehen sollte. Vielleicht ist es nur eine Phase, dachte sie. Oder vielleicht ist es etwas von dem, was er gerne als >die üblichen Veränderungen im Leben< bezeichnete.