Bei Aschermittwoch von Beate Winter handelt es sich um den zweiten Band der Reihe mit Kommissar Frommelt. Für mich war es das erste Buch dieser Autorin, problemlos auch ohne Vorkenntnisse zu lesen.
Das Cover der mir vorliegende Ausgabe aus dem Jahr 2020 mit der toten Frau im weißen Kleid hat mehr Bezug zur Szene am Tatort, wirkt düsterer als das in seiner farblichen Gestaltung ansprechendere Cover der aktuellen Ausgabe aus 2026. Die Hervorhebung des Titels ist bei der Neuausgabe eindeutig besser.
Der Schreibstil der Autorin gefiel mir sehr; er ist flüssig, gut beschreibend. Insbesondere mag ich Kriminalromane, bei denen man den Ermittlern quasi über die Schulter schauen kann, genau mit verfolgen kann, wie die Recherchen vor sich gehen. Wie sie Theorien aufstellen, rätseln, Spuren nachgehen, in Sackgassen geraten und wieder neue Denkansätze finden müssen. Man findet reichlich Gelegenheit mit zu rätseln. Je mehr sie über das Opfer und dessen Umfeld in Erfahrung bringen, desto mehr Verdächtige gibt es, desto verwirrender erscheinen die Zusammenhänge. Und dann ist wieder alles anders, als es einen weiteren Toten gibt
Die Spannung hält sich stets auf gutem Niveau. Häufige Perspektivenwechsel, überraschende Wendungen und seltsames Gehabe mancher Personen gestalten die Handlung abwechslungsreich, machen neugierig und animieren zum Weiterlesen. Auch wenn ich ab einem gewissen Punkt schon den richtigen Verdacht hegte, war es dennoch bis zum Ende packend und die Auflösung mit den detaillierten Zusammenhängen interessant.
Kriminalhauptkommissar Kilian Frommelt, und sein sympathisches Team, bestehend aus Roland Bräuer und Hannah Seidlitz, arbeiten harmonisch zusammen, ergänzen einander und die Lösung des Falles hat bei ihnen stets Priorität. Man spürt, wie intensiv sie sich mit dem Fall befassen, bis in die Freizeit hinein. Nichtsdestotrotz bleibt Empathie und Verständnis für die Kollegen nicht auf der Strecke. Insbesondere Frommelt erweist sich als einfühlsamer Chef, der stets ein offenes Ohr für die Sorgen seiner Leute hat.
Relativ ausführlich, aber gut verwoben mit der Suche nach dem Mörder, werden die Lebensumstände des Ermittler-Teams, insbesondere von Frommelt, gezeigt, wodurch sich eine anschauliche Charakterisierung der Figuren ergibt. Alle haben so ihre Macken, Ecken und Kanten, Stärken und Schwächen und wirken dadurch lebendig und authentisch.
Aschermittwoch war ein Krimi genau nach meinem Geschmack. Spannend und emotional. Mit einem Fall, bei dem man eigene Theorien aufstellen kann, und mit sympathischen Ermittlern samt privatem Background. Mit einem Wort: eine Leseempfehlung meinerseits mit 5 Sternen.