Cover & Klappentext
Das Cover wurde wunderschön illustriert und passt perfekt zur Story. Man weiß sofort, auf was man sich einlässt. Mir gefällt es.
Da ich aus der Hexbound Disasters-Reihe schon Band eins kenne, konnte ich hier nicht widerstehen, auch wenn die Teile unabhängig voneinander gelesen werden können. Außerdem kommen Drachen darin vor. Wer kann da schon Nein sagen?
Meinung
Nachdem Briars Vater verstorben ist und sein Turnierdrache namens Vael verschwand, findet sie sich von Trauer gezeichnet in Ecco Falls bei ihrer exzentrischen Großmutter wieder, mit der sie nur wenig anfangen kann. Die Halbelfe würde sich am liebsten verkriechen, was weder die dort ansässigen Drachen zulassen noch ihr Werwolf-Nachbar Leen. Mit seiner offenen, kommunikativen Art schafft er es, sie nach und nach ins Leben zurückzuholen. Doch auch er hat sein Päckchen zu tragen.
Auf der Suche nach Vael finden beide ihre Bestimmung und erkennen schnell, dass Gefühle keineswegs so unkompliziert sind, wenn sie sich ungefragt dazwischendrängen.
Aus der Sicht von Briar und Leen wird man durch das Geschehen geführt. Der Einstieg gelingt leicht, bedingt durch die Art der Geschichte. Allerdings wird man schnell mit intensiven Gefühlen konfrontiert, die mich sofort mit Briar mitleiden ließen. Das ist auch notwendig, da sie als Hauptprotagonistin sehr reduziert aufgrund ihrer Trauer wirkt. Das ändert sich im Verlauf nur geringfügig. Weil man jedoch die Hintergründe kennt, stellte es für mich kein Problem dar.
Den Gegensatz zu Briar bildet Leen. Er geht auf alle zu, knüpft schnell Kontakte und redet sicherlich dreimal so viel wie die Halbelfe. Das macht ihn in meinen Augen etwas anstrengend, zumal er sich nicht so schnell abwimmeln lässt.
So unterschiedlich sie auf den ersten Blick erscheinen, besitzen sie doch viele Gemeinsamkeiten. Beide müssen ihren Weg im Leben finden.
Der Schreibstil ist recht locker gehalten, was zu dieser Art von Roman auch gut passt. Es gibt keinerlei Auffälligkeiten, die das Lesevergnügen stören könnten. Auch drängt sich der Schreibstil nicht in den Vordergrund, sodass man sich komplett auf die Handlung konzentrieren kann, obwohl das bei diesen Geschichten nicht immer wichtig ist. Doch hier passt es sehr gut, da für Cozy erstaunlich viel in die Tiefe gegangen wurde.
Selbst das Tempo ist angenehm und wurde entsprechend angepasst. Allerdings sind ein paar kleinere Längen entstanden, die sich aber bei Wohlfühlromanen öfter einschleichen. Damit muss man einfach rechnen. Das heißt jedoch nicht, dass ich nicht fortwährend unterhalten wurde.
Die Idee für sich hat mir sehr gefallen. Besonders haben es mir die Spriggans, die kleinen Mini-Drachen, angetan. Mindestens einen sollte jeder haben. Und bei der Vorstellung, dass die Leute anstatt mit Hunden mit kleinen Drachen spazieren gehen, musste ich die ganze Zeit grinsen. Sie sind vielleicht nicht so kuschlig weich, aber unglaublich liebenswert.
Auch andere Wesen finden sich, obwohl der Fokus klar auf den Drachen liegt. Nicht zuletzt, da Briar den Turnierdrachen ihres Vaters finden will.
Hier hätte ich mir insgesamt etwas mehr gewünscht, insbesondere weil dieser Part einen Großteil der Geschichte ausmacht. Dafür wurde er in meinen Augen etwas zu schnell abgehandelt. Damit meine ich nicht einmal, dass es bei der Suche außergewöhnlich spannend zugehen muss, weil das zu Cozy nur bedingt passt, aber ein wenig mehr Raum hätte sie schon haben dürfen.
Dafür konnte bei mir die Weiterentwicklung der Charaktere punkten. Jeder der beiden befindet sich an einem Scheideweg, wie es weitergeht, wie die Zukunft aussehen könnte, in Bezug auf die Trauer, die sie bewältigen müssen. Dabei unterstützen sie sich gegenseitig, indem sie einfach da sind, und zeigen, dass Familie nichts mit Verwandtschaft zu tun haben muss.
Fazit
Ein Wohlfühlroman, der viele Emotionen bereithält, aber auch mit situationsbedingt witzigen Szenen überzeugt. Besonders die Spriggans wird jeder in sein Herz schließen.
Macht ein paar Kerzen an, kuschelt euch ein und lasst euch nach Ecco Falls entführen. Es wird magisch.
Ich vergebe vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung