Worum gehts?
Ein Regen legt drei Tote frei. Eine der Frauen stellt sich als Ehefrau eines der ermittelnden Polizisten heraus, die seit einem Jahr verschwunden ist. Doch wer sind die beiden anderen Frauen? Und warum wurde ihnen ein Pentagramm auf die Stirn gemalt? Commissario Capo Sofia Leon steht vor einem Rätsel, das sie tief in eine dunkle Vergangenheit führt.
Meine Meinung:
Mit dem Italien-Krimi Commissario Leonessa Tod am Gardasee von Julia Haussmann durfte ich das Debüt der Autorin lesen. Und was soll ich sagen? Den Beschreibungen von Land und Leuten merkt man ihre Liebe zu ihrer Wahlheimat deutlich an. Ich mochte die eingeflossenen italienischen Floskeln, die Eigenheiten der Menschen und natürlich die herrliche Landschaft rund um den Gardasee.
Auch die Ermittler haben alle ihre ganz eigene Art und Sprachmelodie. Besonders deutlich wird das bei Frigo und Pellicano, dem Möchtegern-Casanova und dem verschrobenen Professor. Sofia hat mir ebenfalls gut gefallen, genauso wie Elena, die KTlerin, und Sofias bester Freund Giorgio. Hier hatte wirklich jede Person ihren eigenen Charakter, ihre eigene Sprache und ihren eigenen Lebensweg.
Was mir anfangs etwas schwerfiel, waren die vielen Personen und die sich häufig wiederholenden Berufsbezeichnungen. Hier hätte ich mir öfter die richtigen Namen oder Nicknames gewünscht. Dadurch gab es für mich gerade zu Beginn ein paar Längen, bis ich richtig im Lesefluss angekommen war.
Der Fall selbst war dafür richtig spannend. Wir bekommen Einblicke in die Ermittlungsarbeit, tauchen immer tiefer in die Vergangenheit ein und erleben, was Mobbing mit einem Menschen machen kann selbst Jahrzehnte später. Dieser Punkt hat mich besonders getroffen und ich habe mich beim Lesen mehr als einmal gefragt: Wie gemein können Menschen eigentlich sein?! Auch in die Politik dürfen wir einen kleinen Blick werfen und überhaupt merkt man dem Buch an, dass hier gut recherchiert wurde. Nach dem Fund der Leichen geht es in bester Krimimanier in alle Richtungen. Wir lernen mögliche Verdächtige kennen und kommen gemeinsam mit dem Team und durch die Berichte aus der Vergangenheit dem Täter Stück für Stück näher. Wobei ich gestehen muss: Ich hatte ihn nicht auf dem Schirm. Überhaupt nicht. Bis zum Ende nicht. Zwischendurch gibt es Kämpfe und Verfolgungen und ja, mir hat der Krimi wirklich gut gefallen. Ein paar Längen hatte er für mich und einige Szenen hätte man durchaus kürzen können. Aber vor allem zum Ende hin entwickelt sich die Geschichte zu einem richtigen Pageturner und das Ende hat für mich einfach perfekt gegriffen.
Der Epilog gibt schließlich noch einen kleinen Ausblick auf eine mögliche Zukunft. Sofia beginnt langsam, ihre Vergangenheit zu verarbeiten. Il Campanile und die Neue was da wohl noch kommen wird? Und vor allem Matteo: Wie wird es mit ihm weitergehen? Ich hoffe sehr auf einen zweiten Teil, der vor der herrlichen Kulisse des Gardasees diese Fragen beantwortet und einen neuen spannenden Fall für Sofia und ihr Team bereithält.
Fazit:
Commissario Leonessa Tod am Gardasee von Julia Haussmann verbindet einen spannenden und gut recherchierten Kriminalfall mit italienischem Flair, einer traumhaften Kulisse und einem Ermittlerteam voller Ecken und Kanten. Gerade die unterschiedlichen Charaktere und ihre ganz eigene Art haben mir richtig gut gefallen. Trotz einiger Längen und eines für mich etwas schwierigen Einstiegs durch die vielen Personen konnte mich der Fall immer mehr packen und wurde besonders zum Ende hin zum Pageturner. Ein gelungener Auftakt, der für mich definitiv Lust auf weitere Fälle mit Sofia und ihrem Team macht.
4 Sterne von mir.