"Anton Reiser" (1785 1790) gilt als der erste psychologische Roman der deutschen Literatur und als eine der ergreifendsten Kindheits- und Jugendgeschichten überhaupt. Karl Philipp Moritz erzählt, kaum verschleiert autobiografisch, vom Leidensweg eines armen, hochempfindsamen Knaben: aufgewachsen in bedrückender pietistischer Enge, gedemütigt in Lehre und Schule, getrieben von einer unstillbaren Sehnsucht nach Bildung, Anerkennung und dem Theater.
Mit schonungsloser Genauigkeit verfolgt Moritz die inneren Regungen seines Helden Kränkungen, Träume, Selbstzweifel und die immer wieder aufflammende Hoffnung. Ein Meilenstein der Seelenkunde und der Empfindsamkeit, der die moderne Psychologie vorwegnimmt und bis heute unter die Haut geht.
Hans Jochim Schmidt liest den vollständigen Roman, ungekürzt, über 11 Stunden.