Ein berühmter Komponist namens Armand vererbt die kleine Insel St. Pirran vor der Küste Cornwalls an Ness, seine Nichte. Als sie anreist und die erste Nacht in einem Hotel verbringt, trifft sie auf einen interessanten Mann, der ihr später wiederbegegnen soll.
Die Menschen, die auf der Insel leben, sind anfangs nicht so begeistert davon, dass ausgerechnet Ness die Insel erbt und bei der Testamentseröffnung gibt es schon heftige Diskussionen, vor allem mit Vetter Jamie und auch Cousine Lucy. Doch Ness stellt sich ihrem Erbe, denn ihre Mutter Beth hat einstmals auf dieser Insel gelebt und Ness möchte herausfinden, was geschah und möchte auch den letzten Willen ihres Onkels erfüllen. Doch da hat sie nicht mit Max Reynard gerechnet, der die Insel mitsamt dem Schloss unbedingt haben möchte.
Ich mag mysteriöse und geheimnisvolle Familiengeschichten sehr gerne und Ruth Saberton ist eine großartige Erzählerin, so dass ich neugierig nach diesem Buch gegriffen haben, das im Original bereits 2017 erschienen ist.
Der Anfang, dass Ness eine kleine Insel samt Schloss erben soll, von einem Onkel, der ein Bruder ihres Vaters war, klang schon geheimnisvoll, denn dafür muss es ja Gründe geben.
Auf dieser Insel lebten einst ihre Eltern, bis die Mutter starb und ihr Vater mit ihr die Insel verließ.
Ness ist auf der Suche nach Antworten und der Vergangenheit ihrer Mutter.
Außerdem ist es ihr wichtig, die Insel mitsamt dem Schloss zu erhalten, für ihre Familie und besonders für die Menschen, die dort leben und arbeiten. Sie kämpft mit sehr wenig finanziellen Mitteln ausgerechnet gegen einen Immobilienhai namens Max Reynard und Cousin Jamie scheint auch auf dessen Seite zu stehen.
Doch Ness gibt nicht auf und gemeinsam mit Cousine Lucy und weiteren Inselbewohnern tun sie alles, damit sie alles erhalten können.
Daneben versucht Ness mehr über das Geheimnis ihrer Familie insbesondere ihrer Mutter herauszufinden und stößt schließlich auf eine bewegende Geschichte.
Ruth Saberton hat mich schon mit einigen ihrer Romane begeistert und auch mit dieser schon etwas älteren Geschichte konnte sie mich wieder überzeugen.
Das Setting auf der kleinen Insel ist schön gewählt und auch bildhaft beschrieben. Besonders das alte Schloss konnte ich mir gut vorstellen. Die wichtigsten Figuren sind eine gute Mischung aus sehr unterschiedlichen und interessanten Charakteren.
Ich habe Ness bewundert, dass sie so tapfer und hartnäckig den Kampf für den Erhalt des Besitzes aufnimmt und dabei eigentlich gegen Windmühlenflügel kämpft, denn am Ende ihres Geldes wäre der Kampf verloren. Gespannt habe ich mit ihr gehofft und gebangt.
Das Familiengeheimnis deckt sich nur langsam und schrittweise auf, so dass auch hier immer eine Spannung erhalten bleibt.
Das Flüstern der Gezeiten ist erneut ein berührender und sehr packender Roman von Ruth Saberton, der mich bewegt und begeistert hat. Ein tolles Setting, ein spannendes Geheimnis und auch die Liebe kommt nicht zu kurz, das ist Unterhaltung im besten Sinne!
Fazit: 5 von 5 Sternen
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